Als eine Abkehr von der bisherigen Haltung der CSU zu homosexuellen Lebensgemeinschaften will der Vorsitzende der CSU-Grundsatzkommission, Landtagspräsident Alois Glück, das Papier nicht verstanden wissen. Dennoch sorgt ein kleiner Absatz im neuen Grundsatzprogramm für viel Wirbel im erzkonservativen Flügel der Partei.

In diesem Programm lehnt die CSU zwar weiterhin "die rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften mit der Ehe und ein entsprechendes Adoptionsrecht ab", in einem Folgesatz erkennt sich jedoch an, "wenn in diesen Partnerschaften Menschen für einander einstehen und verlässlich Verantwortung und Sorge füreinander übernehmen". Insgesamt ist der Bereich der Familienpolitik im neuen Grundsatzprogramm "wahrscheinlich das sensibelste Thema", so Alois Glück. Zusätzliche Brisanz erhalte das Thema, weil die Diskussion durch "Wertungen und Polarisierungen" leide.

Durch die Änderungen im Grundsatzprogramm möchte die Partei aus ihrer selbstgewählten Ecke heraus. "Die erste Botschaft ist: Die CSU hat ein lebensnahes, zeitgemäßes, aber wertgebundenes Familienbild", sagte Generalsekretär Markus Söder. Ob dieser Spagat ohne große innere Zerrüttung zu vollbringen ist bleibt abzuwarten. "Familienpolitisch ist die CSU aus der Steinzeit aufgebrochen", lobte SPD-Landesgruppenchef Florian Pronold, doch nicht ohne Kritik: "Die Kinder-Küche- Kirche-Fraktion gibt weiterhin den Ton an."

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: Quelle: heute.deBildmaterial: © Photocase.com / CSU.de