Das österreichische St. Pölten kommt nicht zur Ruhe: nachdem im Jahr 2004 öffentlich geworden war, dass Mitglieder des Priesterseminars Kinderpornografie besaßen und damit auch die homosexuellen Neigungen einiger Kandidaten öffentlich geworden waren steht nun ein neuer Homo-Skandal an.

Der Pfarrer einer Kirche in der Diözese soll einen jungen Kaplan sexuell genötigt und belästigt haben. Gegen den Priester läuft nun ein Strafverfahren beim Diözesangericht in St. Pölten. In einem Anschuldigungsschreiben behauptet der ehemalige Kaplan: "Als ich ihm sagte, dass es nicht gehe, griff er mir unerwartet an die Gesclechtsteile und wollte den Reißverschluss öffnen, um mich an Ort und Stelle oral zu befriedigen, wie er mir sagte. Ich stieß ihn zurück und sagte ihm, dass er wohl übergeschnappt sei." Angeblich kenne er auch weitere Zeugen, die die Homosexualität von Reinhard K. bezeugen könnten.

Dennoch sind die neuerlichen Anschuldigungen fraglich, denn der Anschuldigende hat selbst eine zweifelhafte Vergangenheit. Als Pfarrer eine Diözese hatte er Kontakt mit der schwulen Szene und mit dem Drogen-Milieu gehabt. Er verbüßte auch eine mehrjährige Haftstrafe, da er einen Strichjungen niedergestochen hatte und lebt seit seiner Entlassung in Deutschland.

Das Büro des Bischofs Küng sieht die gesamte Geschichte daher differenziert: "Anschuldigungen kann man natürlich leicht aussprechen. Aber man kann davon ausgehen, dass wir die Sache genau untersuchen werden", so Küngs Sektretär Bernhard Augustin. "Leichen im Keller" solle es in St. Pölten nicht mehr geben.

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