In Dänemark können künftig sich auch alleinstehende und lesbische Frauen mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung ihren Kinderwunsch erfüllen. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete das Parlament in Kopenhagen am vergangenen Freitag.

Die künstliche Befruchtung in Krankenhaus ist für dänische Frauen kostenlos und auch möglich, wenn sie keinen Lebenspartner haben. Bislang war dieses Verfahren Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen vorbehalten gewesen. Der Abstimmung über das Gesetz war ein jahrelanger Streit zwischen der Regerung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen, Teilen seiner eigenen, rechts-liberalen Parten "Venstre" und der Opposition vorausgegangen. Rasmussen unterlag mit seiner ablehnenden Haltung in der Abstimmung mit 61 zu 86 Stimmen und musste das Gesetz nun gegen seinen Wunsch in Kraft treten lassen. Dennoch reagierte der Politiker gelassen: "Das ist eine ethische Angelegenheit. Wir haben eine Tradition, dass das Parlament in solchen Fällen gespalten ist. Und da kann es passieren, dass die Regierung verliert - so wie jetzt geschehen."

Auch ein Teil seiner Partei hatte für das Gesetz gestimmt. Als Begründung führten die Befürworter an, dass Homosexualität nicht der freien Wahl des Menschen entspränge und daher gesetzlich nicht schlechter gestellt werden dürfe als Heterosexualität. Dänemark war auch 1989 das erste Land weltweit, dass die Einführung einer "Homo-Ehe" verabschiedete.

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Weitere Quellen: Quelle: aerzteblatt.de / EuroNewsBildmaterial: © stock.xchng