Obama für Homo-Ehe

Redaktion Von Redaktion
Obama für Homo-Ehe
Wikipedia, MyxMaster/istockphoto.com

Zum ersten Mal hat sich US-Präsident Barack Obama offen für eine Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Paaren gezeigt. In einem Interview mit dem Fernsehsender ABC äußerte er sich eindeutig.

"Für mich persönlich ist es wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten," äußerte sich Obama. Damit bezieht er sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl eindeutige Stellung und das bei einem der umstrittensten Themen in den USA überhaupt.

Weiterentwicklung des US-Präsidenten

Für Bürgerrechtler in den USA ist das ein Zeichen des Fortschritts. Obama habe sich weiterentwickelt denn noch vor vier Jahren positionierte er sich gegen die Homo-Ehe.

Vorsichtig hatte sich aber das Weiße Haus in den letzten Wochen an das Thema herangetastet: Die Haltung Obamas entwickle sich noch. Doch seit wenigen Tagen erhöhte sich der Druck auf den Präsidenten spürbar, sich endlich klar zu äußern. Schon sein Vize Joe Biden äußerte sich in einem TV-Interview eindeutig, bei der Anerkennung der Homo-Ehe fühle er sich "absolut wohl". Daraufhin ließ Obama verlautbaren, es gebe im freundschaftlichen Umfeld seiner Töchter Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern. Diese hätten seine Anschauung positiv beeinflußt.

Volksabstimmungen zur Homo-Ehe in Maryland und Washington

Laut US-Bundesrecht gilt die Ehe als "legaler Bund zwischen Mann und Frau" so ist es fixiert. Jedoch lässt die föderale Struktur den Bundesstaaten eine Auslegung offen. Daher ist die Homo-Ehe in sechs Bundesstaaten und auch in Washingtion D.C. bereits Realität. Zudem bewegt sich einiges. Bereits in den Parlamenten in den Bundesstaaten Washington und Maryland sind Gesetze durch, welche zu einer Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit heterosexuellen Ehen führen werden.

Doch einen Haken gibt es noch: Gegner dieser Gesetze haben Volksabstimmungen initiiert, welche noch ausstehen. Die Gesetze könnten also wieder rückgängig gemacht werden, wie das in Kalifornien schon geschah, worauf ein riesiger Rechtsstreit entbrannte (dbna berichtete mehrfach).

In dreißig US-Staaten Verbot der Homo-Ehe

Ein Negativbeispiel für eine solche Entwicklung ist auch North Carolina. Dort entschieden die Wähler am 8. Mai, dass gleichgeschlechtlicher Partnerschaften keine staatliche Anerkennung gebührt. 61 Prozenten stimmten für eine Änderung der Verfassung, die nun sowohl die Homo-Ehe als auch jede andere Form einer legalen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft verbietet. Damit ist North Carolina der 30. Bundesstaat, der ein solches Verbot vorsieht.

In der US-Politik stehen die Zeichen in dieser Hinsicht auf Sturm: Die Demokraten setzen sich für die Recht von Homosexuellen ein, die Republikaner machen dagegen Front gegen die Homo-Ehe. Doch die öffentliche Stimmung ist weit nicht so eindeutig, wie es das Verbot der Homo-Ehe in der Mehrheit der Bundesstaaten erscheinen lässt. Nach der neuesten Umfrage (April 2012) des Pew Research Centers befürworten 47 Prozent die Gleichstellung von Partnerschaften und Homo-Ehe, 43 Prozent sprachen sich dagegen aus. 2001 war das Bild noch ein anderes: 60 Prozent waren gegen die Homo-Ehe.

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Weitere Quellen: welt.de