Österreicher sind gegenüber Homosexualität tolerant

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Österreicher sind gegenüber Homosexualität tolerant
Wikimedia/Christian Kadluba - cc 2.0

Eine Studie hat ergeben: Die Bevölkerung Österreichs hat kein Problem mit Schwulen und Lesben. Die allermeisten würde es auch nicht stören, wenn ein Verwandter eine gleichgeschlechtliche Ehe eingehen würde.

Das Mauthausen Komitee leistet vor allem pädagogische und wissenschaftliche Arbeit zum ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen. Der Verein hat 1000 Menschen österreichweit zu ihrer Einstellung gegenüber Homosexualität, Religionen, ethnische Herkunft, Hautfarbe und Behinderung befragt.

"Die Ergebnisse der Studie zeigen wieder einmal, dass die Bevölkerung in ihren Einstellungen viel toleranter ist, als so manche Politikerin und mancher Politiker", sagte Peter Traschkowitsch, Bundes- und Wiener Landesvorsitzender der Sozialdemokratischen LSBTI Organisation.

Österreicher finden sich selbst tolerant

"Die Studie zeigt, dass vor allem das Thema Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare kein Problem für die Mehrheit der Bevölkerung darstellt, ganz im Gegensatz zu vielen konservativen beziehungsweise rechtskonservativen Politikerinnen und Politikern", sagte Traschkowitsch. So gaben über 70 Prozent der Befragten an, dass sie sich nicht daran stoßen würden, wenn ein Familienmitglied gleichgeschlechtlich heiratet.

Als weiteres Ergebnis offenbart die Studie: Die Österreicher selbst schätzen sich als sehr tolerant ein, beurteilen andere jedoch oft als intolerant. Es gibt eine hohe Toleranz gegenüber Homosexualität, die ethnische Herkunft und Hautfarbe sind in vielen Lebenssituationen kein Thema (mehr). Gegenüber anderen Religion ist die Mehrheit der Österreicher am wenigsten tolerant.

Neues Adoptionsrecht bis zum Ende des Jahres

Vielfalt müsse gelebt werden, betonte Traschkowitsch. "Wo Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht gefördert und Verschiedenheit nicht selbstbewusst vorgelebt wird, kann kein Gesellschaftsklima der Akzeptanz entstehen", ergänzte er. "Arbeiten wir weiter, um auch die letzten Punkte für echte Gleichstellung rasch umzusetzen", sagte er abschließend.

Erst im Januar hatte das oberste Gericht des Landes geurteilt, dass das Adoptionsverbot für Homosexuelle verfassungswidrig ist. Bis zum Ende des Jahres muss die Regierung das Gesetz ändern.

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