"Offenheit ist wichtig, wenn man es sich leisten kann"

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
"Offenheit ist wichtig, wenn man es sich leisten kann"
Rosa von Praunheim

Rosa von Praunheim gehört zu den wichtigsten deutschen Gegenwarts-Regisseuren. Mit seinem Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" begründete er Anfang der 1970er-Jahre die politische Schwulen- und Lesbenbewegung. Wir haben ihn gefragt, was sich seitdem verändert hat und was heute noch gilt.

1. Einer deiner bekanntesten Filme heißt "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt". Der Film ist von 1971 und hat die Schwulenbewegung in Deutschland mit ausgelöst. Was hat sich seitdem verändert?

Du fragst ja Sachen. In 40 Jahren verändert sich viel. In Mitteleuropa ist es viel leichter für Schwule geworden, aber immer noch haben es Jugendliche schwer in der Schule oder auch Probleme mit Migranten, die von zu Hause aus schwulenfeindlich sind.

2. Gilt der Tenor des Films, dass Schwule sich nicht mehr verstecken sollen und für eine gleichberechtigte Zukunft kämpfen sollen, heute immer noch?

Ja, Offenheit ist immer noch sehr wichtig, wenn man es sich leisten kann. Ein türkischer Junge wird es da immer noch sehr schwer haben.

3. Was ist dein persönlicher Lieblingsfilm?

Da fragst Du wieder was - ich habe so viele Lieblingsfilme. Gerade habe ich die Dritte Staffel von Homeland gesehen, genial.

Rosa von Praunheim, geboren 1942 als Holger Radtke, "nervt die Nation seit über 30 Jahren mit über 140 Filmen", wie er es selbst sagt. Für großes Aufsehen sorgte er 1991, als er den Moderator Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling im Fernsehen als schwul outete. Sein aktueller Film "Härte", eine Biographie über den Kampfsportler und ehemaligen Zuhälter Andreas Marquardt, kommt am 23. April in die Kinos.

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