Olympia für Homosexuelle

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Olympia für Homosexuelle
Jochen Färber

Wir hatten Olympia in Vancouver und wir hatten die Fußball WM in Südafrika. Doch ein sportliches Großereignis erwartet uns noch in diesem Jahr: Die VIII. Gay Games - zum ersten Mal in Deutschland.

Wir hatten Olympia in Vancouver und wir hatten die Fußball WM in Südafrika. Doch ein sportliches Großereignis erwartet uns noch in diesem Jahr: Die Gay Games, die bereits nun bereits zum achten Mal stattfinden, noch dazu das erste Mal in Deutschland. Vom 31. Juli bis zum 7. August werden in Köln mindestens 10 000 Menschen in 35 verschiedenen Sportarten gegeneinander antreten.

Die Gay Games, die den olympischen Spielen nachempfunden ist, gibt es seit 1982 und finden seitdem alle vier Jahre statt. Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich um einen Event, welches sich speziell an Homosexuelle richtet.

Gay Games
Logo Gay Games VIII Cologne 2010

Logo Gay Games VIII Cologne 2010

Sport ohne Diskriminierung

Ins Leben gerufen wurden die Spiele 1981 vom ehemaligen Zehnkämpfer und Olympiateilnehmer Dr. Tom Waddel. Seine Vision war es, eine Sportveranstaltung für alle zu erschaffen, bei der Lesben und Schwule offen teilnehmen können, ohne diskriminiert zu werden. Ein Jahr später fanden die ersten Spiele in San Francisco statt, an denen 1350 Teilnehmer aus 12 Nationen sich in 14 Sportarten miteinander maßen.

Bei der erneuten Austragung vier Jahre später waren es schon knapp dreimal so viele Teilnehmer. 1998 kam die Veranstaltung erstmals nach Europa und fand im niederländischen Amsterdam statt. Dort nahm die Rekordzahl von 14.715 Menschen an den Gay Games teil, die aus 68 Ländern kamen und Wettkämpfe in 30 Sportarten ausfochten. 2002 waren die Spiele in Australien zu Gast, vier Jahre darauf kehrte man wieder nach Nordamerika zurück.

Laut den Veranstaltern besteht der Sinn und Zweck der Veranstaltung darin, durch die Organisation eines internationalen Sport- und Kulturereignisses das Selbstbewusstsein von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in der Welt zu stärken und gleichzeitig den Respekt und das Verständnis in der nicht-homosexuellen Welt zu verbessern. Ein grundlegendes Prinzip der Gay Games ist es, dass niemand auf Grund seiner oder ihrer sexuellen Orientierung, des Alters oder des Geschlechts, der Rasse oder Religion, Nationalität, politischen Überzeugung, der physischen Voraussetzungen und es Gesundheitszustand von den Spielen ausgeschlossen werden darf.

Xavier Marest
Die Gay Games - vom 31. Juli bis zum 7. August in Köln

Die Gay Games - vom 31. Juli bis zum 7. August in Köln

"Be part of it"

In diesem Jahr stehen die Gay Games unter dem Motto "Be part of it". Das Motto ist auch Programm, denn teilnehmen kann jeder. Es gibt im Gegensatz zu Veranstaltungen wie beispielsweise den richtigen olympischen Spielen keine Normen oder Qualifikationen, die vorher erfüllt werden müssen, so dass wirklich jeder der möchte, an den Spielen teilnehmen kann. Damit Amateure nicht gegen Profis antreten müssen, gibt es verschiedene Teilnehmerkategorien.

Ausgerichtet werden die Spiele von der eigens dafür gegründeten Federation of Gay Games als weltweiten Verband schwul-lesbischer Sportvereine. Übrigens wird jede der 35 Sportarten, von Badminton bis Wasserball, streng nach den Regeln des jeweiligen internationalen Verbandes durchgeführt, so dass Rekorde und Jahresweltbestleistungen international anerkannt sind.

Neben dem Sportprogramm gibt es auch ein umfangreiches Kulturprogramm mit Chor- und Bandwettbewerben, Ausstellungen sowie Theater- und Kleinkunst-Aufführungen. Eröffnet werden die diesjährigen Gay Games übrigens von Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

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