Papst macht Druck

Christian Brandl Von Christian Brandl

Im kommenden April ist die italienische Bevölkerung gefordert und entscheidet am Wahltag an den Urnen über die politische Richtung des eigenen Landes. Möglicherweise könnten in diesem Jahr die regierenden Konservativen unter Silvio Berlusconi von einem Mitte-Links-Bündnis abgelöst werden.

Die Mitte-Koalition unter Romano Prodi fordert die moderate Erweiterung der Rechte für Lesben und Schwule und die Legalisierung ziviler Partnerschaften, vergleichbar mit denen in Großbritannien. Prodi selbst ist zwar auch für eine Erweiterung der Rechte von Schwulen und Lesben, jedoch nicht für die Einführung der Homo-Ehe. Papst Benedigt XVI. hat nun eine Ermahnung an die Politiker Italiens veröffentlicht, in der er sie auffordert zu den christlichen Grundwerten zu stehen. Auch droht der Vatikan damit, mit aller Kraft zu verhindern, dass die Homo-Ehe in Italien möglich wird.

"Der Papst mischt sich stark in die italienische Politik ein und verhält sich wie der Führer einer politischen Partei", so der schwule Abgeordnete Franco Grillini gegenüber der Presse. Ob sich Politiker von der Einflußnahme des Papstes einschüchtern lassen, bleibt abzuwarten - ebenso wie das Ergebnis der Wahl im April.

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