Pfarrgemeinderat schwul

Redaktion Von Redaktion
Pfarrgemeinderat schwul
Weigand / photocase.com

Nachdem ein 26-jähriger Schwuler Ende März mit 80% der Stimmen in den Pfarrgemeinderat der Pfarrei Stützenhofen (Österreich) gewählt wurde, will der dortige Pfarrer nun versetzt werden – wobei er nicht auf die Unterstützung des Erzbischofs zählen kann.

Er könne nicht in einer Pfarrei tätig sein, deren Mitglieder recht haben wollen und sich über Glaubenslehre und Kirchenrecht stellen, meinte der Pfarrer der Gemeinde Stützenhofen (Österreich) nach der Wahl des Schwulen, der mit seinem Partner zusammenlebt.

Der Pfarrer hatte der Wahl, die mit 80% sehr deutlich ausfiel, nicht zugestimmt. So wollte er verhindern, dass ein offen schwul lebender Mann in den Pfarrgemeinderat einzieht, da dieses Amt nicht mit seiner Lebensweise in Einklang zu bringen sei.

Erzbischof spricht sich für Schwulen aus

Der zuständige Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, stellte sich aber hinter den gewählten Pfarrgemeinderat. Er widersprach sogar dem dortigen Priester deutlich.

Der Kardinal hatte den jungen Mann persönlich getroffen und war, wie er sagt, von der "gläubigen Haltung, seiner Bescheidenheit und seiner gelebten Dienstbereitschaft sehr beeindruckt". Deshalb widerrufe er die Entscheidung des Priesters.

Entscheidung erst nächste Woche

Die Entscheidung, ob der Priester die Verantwortung für die Pfarrei abgeben darf, kann erst nach einem Gespräch mit dem Kardinal getroffen werden. Dieser befände sich zur Zeit aber im Ausland, wie sein Sprecher mitteilte.

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