Post muss zahlen

Christian Brandl Von Christian Brandl

Nun hat es der gelbe Riese schwarz auf weiß vom Bonner Arbeitsgerichtbestätigt bekommen: auch einem schwulen Mitarbeiter, der in einereingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, steht der tariflich vereinbarteEhezuschlag zu. Wegen der Ungleichbehandlung hatte ein 35-jährigerMitarbeiter die Post verklagt.

Die schriftliche Urteilsbegründung bekräftigt den Anspruch des Mannesgegenüber seinem Arbeitgeber und die Post müsse den seit 2001 vomGesetzgeber erlaubten Familienstand für gleichgeschlechtliche Paareanerkennen und in ihrer tariflichen Vergütungsstruktur berücksichtigen.Alles andere käme einer Ausgrenzung gegenüber verheirateten(heterosexuellen) Angestellten gleich, da die Lebenspartnerschaft - wiedie klassische Ehe - eine exklusive, auf Dauer angelegteVerantwortungsgemeinschaft darstellt. Daher sei es die Pflicht derArbeitsgerichte, Benachteiligungen auszuschließen.

Der 35-jährige hat nun rückwirkent knapp 3500 Euro mehr Lohn geltendgemacht. Wann er diese Zahlungen erhält ist indes noch lange nichtsicher, denn der Konzern hat deutlich gemacht, dass man sich dem Urteilnicht beugen wolle und in Berufung gehen werde. Die Post steht auf demStandpunkt, das Konzern-Tarifsystem decke den erhöhten Ortszuschlagbereits ab, weshalb keine weitergehenden Zahlungen angebracht seien.

Andernorts trifft die Haltung der Post auf Unverständnis: "DieRechtslage ist nach unserer Auffassung doch eindeutig", sover.di-Rechtssekretärin Sigrid Nees. Auch das Bundesarbeitsgericht hatlängst bestätigt, dass die "Homo-Ehe" in finanzieller Hinsicht mit derklassischen Ehe gleichzustellen ist.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: express.de