Protest in Italien

Christian Brandl Von Christian Brandl

"Wir lassen uns nicht länger zum Schweigen bringen"war auf vielen Plakaten und Transparenten zu lesen die am heutigenSamstag von tausenden italienischen Demonstranten in Mailand und Romhochgehalten wurden. Damit reagiert die italienische Bevölkerung aufden Versuch der Einflußnahme des Vatikans auf die italienischenVolksvertreter. Papst Benedikt XVI. hatte zuvor von den Politikerngefordert sich gegen die Einführung der Homo-Ehe zu stellen (dbna berichtete).

Ein Großteil der Demonstrierenden waren Frauen, die unter anderem auchfür den Erhalt des bestehenden Abtreibungsrechts auf die Straße gingen,und schwule und lesbische Paare die mit Slogans wie "Befreit die Liebe von religiöser Phobie"die Einführung der Homo-Ehe in Italien forderten. DieMitte-Link-Koalition der Opposition hatte dies angekündigt, falls sieim April einen Wahlsieg und den Regierungsauftrag erringen werde.Darauf hatte der Vatikan reagiert und betont, man werde mit allenMitteln verhindern, dass dies in Italien Realität werden könne.

"Wir dachten, die Kirche hätte aufgehört, sich in die italienische Politik einzumischen", sagte der Nobelpreisträger Dario Fo in Mailand. "Stattdessen gibt es eine entsetzliche Kehrtwende. Das sind schlimme Zeichen für die Meinungsfreiheit."Die Polizei schätzte etwa 50.000 Demonstranten in Mailand, dieVeranstalter gingen von rund 100.000 Teilnehmern aus. Auch in Romgingen tausende zum Protest gegen die Kirche auf die Straßen.

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Weitere Quellen: Quelle: orf.at / mdr.deBildmaterial: © stock.xchng