Raus aus der homophoben Schublade

Redaktion Von Redaktion
Raus aus der homophoben Schublade
WaCH / photocase.com

Mit seiner Aussage, niemals Werbung mit Homosexuellen zu schalten, sorgte der Präsident des Nudelherstellers Barilla Guido Barilla für einen PR-Gau. Nun rudert das italienische Unternehmen zurück und verkündet, dass es an neuen Konzepten arbeitet, die auch Werbung mit gleichgeschlechtlichen Paaren beinhalten.

Anfeindungen von Homosexuellen gehörten leider in den vergangenen Monaten immer wieder zur täglichen Berichterstattung. Vor allem aus Russland und den USA kamen wiederholt negative Meldungen. Guido Barilla, der Präsident des Familienunternehmens Barilla, hielt es anscheinend für eine gute Idee auf diesen Zug aufzuspringen.

In einem Radiointerview mit dem Sender 24 äußerte er sich unter anderem im September darüber, dass er für die Werte der traditionellen Familie stünde und daher Homosexuelle in seinen Werbespots strikt ablehne. Zudem forderte er alle Menschen, die mit dieser Einstellung ein Problem hätte, dazu auf, die Pasta der Konkurrenz zu kaufen (dbna berichtete).

Diese Aussagen stießen jedoch erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe und verbreiteten sich rasend schnell im Netz. Viele Internetuser begannen Barilla in Kommentare zu kritisieren und schon bald wurden die klassischen Medien auf die Geschichte aufmerksam. Die Berichterstattung wuchs und damit auch die Kritik an dem Unternehmen. Als es zu Boykottaufrufen, unter anderem durch den Co-Vorsitzenden der LGBT-Kontaktgruppe im Europaparlament, kam, sah sich Barilla zum Handeln gezwungen. Durch eine neue PR-Kampagne soll die negative Stimmung gegenüber dem Unternehmen nun gewandelt werden.

Neue Strategie soll Image verbessern

In einem ersten Schritt, um den eigenen Ruf zu reparieren, wurde von Barilla der Start einer "Leadership Initiative" für Vielfalt angekündigt. Diese soll unter anderem auch darin münden, dass nicht mehr nur klassische Familienwerbespots gedreht werden. Viele unterschiedliche Lebenssituationen, darunter auch gleichgeschlechtliche Paare, sollen sich von nun an in der Werbung des Unternehmens widerspiegeln.

Weiterhin wurde das Ziel ausgegeben, im nächsten Jahr einen Platz im Corporate Equality Index zu erreicht. Dabei handelt es sich um ein Ranking, in dem jährlich die Unternehmen ausgezeichnet werden, die sich am freundlichsten gegenüber Homosexuellen verhalten. Erreicht werden soll dies durch die Arbeit eines Aufsichtsrates für Vielfalt. Diesem gehört unter anderem der Aktivist David Mixner an, der einer der bekanntesten Kämpfer für die Rechte von Schwulen und Lesben in den USA ist.

Damit sind die Anstrengungen von Barilla jedoch noch nicht abgeschlossen. So wurde für das nächste Jahr ein Videowettbewerb angekündigt. Dieser soll sich ebenfalls mit dem Thema Vielfalt beschäftigen und Filmemacher auf der ganzen Welt ansprechen.

Firmenchef Guido Barilla hat sich übrigens zu den Plänen seines Unternehmens noch nicht geäußert. So entschuldigte er sich zwar mehrfach für seine Aussagen, eine Stellungnahme zu der neuen Strategie fehlt jedoch bisher noch.

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