Reduziertes Risiko?

Christian Brandl Von Christian Brandl

Bereits Mitte 2005 war diese Theorie erstmalig durch die Medien gegangen: beschnittene Männer hätten nach einer Studie ein gesenktes Risiko sich mit HIV zu infizieren (dbna berichtete). Dies scheint sich nun in einer weiteren Studie amerikanischen "National Institutes of Health" in Zusammenarbeit mit der WHO bestätigt zu haben: in Kenia wurde bei rund 22.000 Männern im Alter zwischen 18 und 24 Jahren und in Uganda bei knapp 5.000 Männern zwischen 15 und 49 die Infektionsrate ermittelt und ein Vergleich zwischen beschnittenen und unbeschnittenen Männern gezogen.

Am vergangenen Mittwoch wurde die Studie, die eigentlich noch bis nächstes Jahr hätte andauern sollen, abgebrochen, da sich bereits ein eindeutiges Ergebnis abzeichnete: Während des Experiments in Kenia steckten sich 47 unbeschnittene, aber nur 22 beschnittene Männer an, das Infektionsrisiko scheint sich also durch die Beschneidung um die Hälfte reduziert zu haben. Nach Auskunft der Wissenschaftler sei dieser Unterschied nicht auf ein unterschiedliches Sexualverhalten zurückzuführen und müsse daher seinen Ursprung in der Beschneidung haben.

Die Forscher vermuten, dass sich die Zellen der Eichel des Mannes nach der Beschneidung verdicken und dem Virus dadurch das Eindringen in die Zelle erschweren. Dennoch sei eine Beschneidung kein ausreichender Schutz vor HIV - insbesondere bei Analverkehr. Sie sei lediglich eine präventive Maßnahme, die die Ausbreitung von HIV etwas eindämmen könnte.

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Weitere Quellen: Quelle: Der TagesspiegelBildmaterial: © Photocase.com