Die Zahlen, welche Deborah Landey, Deputy Executive Director der UNAIDS am vergangenen Montag in Genf vorgestellt hat, sind alarmierend: Die lebensgefährliche Immunschwächekrankheit Aids ist trotz nationaler und internationaler Bemühungen und Kampagnen weiterhin im Vormarsch. Weltweit starben im Jahr 2005 über 3,1 Millionen Menschen an Aids, 570.000 davon Kinder. Zudem sei die Zahl der infizierten Menschen weltweit mit 40,3 Millionen auf einem historischen Höchststand, was durch die auf 4,9 Millionen gestiegene Zahl der Neuinfektionen zurückzuführen ist.

Schwarzafrika bleibt dabei weiterhin das am stärksten von der Immunschwächekrankheit betroffene Gebiet, aber auch in einzelnen Regionen Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion sind starke Anstiege bei den Neuinfektionen zu verzeichnen. Grund dafür seien die immer noch mangelhaften Kenntnisse über die Ansteckungswege auch mehr als zwei Jahrzehnte nach der ersten HIV-Diagnose.

Doch auch einen kleinen Lichtblick konnte die UNAIDS vermelden: durch den Einsatz von Medikamenten konnten in diesem Jahr zwischen 250.000 und 350.000 Todesfälle verhindert werden und auch die Verfügbarkeit der Medikamente steige stetig. In Ländern wie Argentinien, Kuba und Brasilien habe die Versorgung bei mehr als 80 Prozent gelegen, in Afrika erreichen die Medikamente bislang jedoch nur jeden zehnten HIV-Patienten.

"Um die Versorgung armer, Aids-kranker Menschen mit Medikamenten noch weiter voranzutreiben, ist ein Schwerpunkt innerhalb des deutschen Engagements gegen HIV/Aids die Produktion von kostengünstigen Generika in den Entwicklungsländern selbst", so die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul als Reaktion auf die Veröffentlichung des Berichts. Daher setze die Bundesregierung auf eine Kombination von vier Elementen: "bessere internationale Kooperation und Koordination, Prävention und Aufklärung sowie Therapiemöglichkeiten."

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Weitere Quellen: Reuters / Bilder: UNAIDS/O. O'Hanlon