Schau mir in die Augen, Kleiner!

Redaktion Von Redaktion
Schau mir in die Augen, Kleiner!
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Auf wen wir stehen, das verrät unser Auge, meinen Forscher nach einer neuen Studie. Unsere Pupille würde uns verraten, sind die Wissenschaftler überzeugt, die jetzt ihre Ergebnisse in Live Science veröffentlichten.

Die Untersuchung zeigt, dass die Erweiterung der Pupillen ein ganz exakter Indikator für die sexuelle Identität ist. Schaut man sich ein erotisches Bild an und wird erregt, dann weiten sich die Pupillen in einer ganz unbewussten Reaktion. Dies ermöglichte es den Forschern die sexuelle Identität und den Erregungsgrad auf viel einfacherem Wege zu untersuchen als mittels der herkömmlichen und sehr intimen sowie unangenehmen Durchblutungsmessung im Genitalbereich.

Pupille verrät Erregung

Der Entwicklungspsychologe Ritch Savin-Williams von der Cornell University in Ithaca erklärt, dass die neue Studie die erste großangelegte Experiment ist, um zu beweisen, dass die Pupillenerweiterung mit den Angaben der Testpersonen über ihren Erregungszustand übereinstimmt.

"Falls also so ein Mann angibt, dass er heterosexuell sei, vergrößern sich die Pupillen bei Frauen", so Savin-Williams gegenüber Live Science. "Und das Gegenteil ist bei schwulen Männern der Fall; ihre Pupillen weiten sich bei Männern. Savin-Williams führt aus, dass die Pupillen schon ganz leicht auf alles von Interesse oder Aufregende reagieren. Dies ist ein Zeichen, dass das vegetative Nervensystem dieses steuert unwillkürlich und eigentlich ohne direkten Einfluss Körperfunktionen wie Puls und Atmung hochfährt.

Mittels der Ergebnisse der Studie wolle man nun untersuchen, wie es um die sexuelle Identität bei Naturvölkern und anderen Kulturen mit starken Traditionen bestellt ist, erklären die Forscher. Ob und wie sie die sexuelle Identität innerhalb verschiedener Gesellschaften auf der ganzen Welt unterscheide, könne auf diese Weise ermittelt werden. Weitere Rückschlüsse über die biologische Basis der Sexualität des Menschen seien dann ebenso möglich.

Mit Videos getestet

Von Savin-Williams und seinem Kollegen Gerulf Rieger wurden 165 Männer und 160 Frauen, die sich selbst als homo-, hetero- oder bisexuell einstuften, untersuchten. Bei der Untersuchung wurden mit einer Kamera die kleinsten Veränderungen ihrer Pupillengröße gemessen, während sie einminütige Videos von einem onanierenden Mann, einer onanierenden Frau und vollkommen neutrale Landschaftsszenen betrachteten.

Als man die Aufzeichnungen auswertete, ergab sich eben, dass die Pupillenreaktion exakte Rückschlüsse auf das Geschlecht, dem die Teilnehmer der Studie zuneigen, zuließ. Jedoch gab es sowohl bei einigen Frauen wie auch bei einigen Männern Diskrepanzen zwischen der Pupillenreaktion und den in der Befragung gemachten Angaben: Die Pupillen weiteten sich bei diesen nämlich auch beim gleichen Geschlecht, obwohl sie sich selbst als heterosexuell eingestuft hatten.

Bisexualität auf beiden Seiten

Damit ist die Theorie widerlegt, dass Männer im Gegensatz zu Frauen gradliniger bei ihrer sexuellen Orientierung sind. "Wir können eindeutig belegen, dass es nicht nur Frauen mit flexiblem sexuellem Begehren gibt", gibt Savin-Williams bekannt. Fließende Übergänge gäbe es bei beiden Geschlechtern. "Wahrscheinlich reicht selbst die Einteilung in schwul, heterosexuell und bi nicht aus, um diese Abstufungen zu erfassen", vermuten die Wissenschaftler.

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Weitere Quellen: gay.net, fr-online.de