Schluss mit Denglisch

Patrick Fina Von Patrick Fina

"Everytime a good time" hieß noch vor zwei Jahren der bekannte Slogan einer großen Fastfoodkette. Seit letztem Sommer wurde dieser Slogan durch "Ich liebe es" abgelöst. Kein Einzelfall: In Deutschland kündigt sich eine Trendwende an.

Hätte man noch vor zwei Jahren eine Werbung der amerikanischen Fastfood-Kette McDonalds gesehen, wäre man um den Werbeslogan "Every time a good time" wohl kaum herum gekommen. Schaut man sich heute allerdings die Werbung von McDonalds an, heißt es am Ende eines jeden Werbespots fröhlich "Ich liebe es". Die Konzerne in Deutschland entdecken scheinbar die deutsche Sprache wieder für sich und verwenden immer mehr deutsche Slogans. Schluss mit dem so genannten Denglisch einer Mischung aus Deutsch und Englisch! Deutsch ist cool, und davon sind mittlerweile nicht nur Sprachschützer überzeugt. Für die deutsche Jugend tut es eigentlich wenig zur Sache, ob die Werbung englische oder deutsche Slogans verwendet. Schließlich lernen wir alle Englisch in der Schule die einen mehr, die anderen weniger gut aber wir lernen es und sind in der Lage die meisten Slogans zu verstehen. Aber wie sieht es mit der etwas älteren Generation aus? "Leider gibt es immer noch zu viele Firmen, die meinen, man können mit dem Englischen punkten," meint Walter Krämer, Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache (VDS), gegenüber spiegel-online. "Aber dieser Unfug wird sich entlarven, weil nicht jeder die Botschaft versteht."

Man weiß nicht, ob man darüber lachen oder darüber weinen soll. Einerseits ist es zwar lustig, wenn man folgenden Abschnitt liest. Andererseits sollte er zum Denken anregen. Weniger was die Englischkenntnisse einiger deutscher Mitbürger angeht, sondern dass die englischen Werbeslogans nur bedingt verstanden werden. Bleiben wir doch direkt bei dem Beispiel, das wir auch am Anfang dieses Artikels hatten: "Every time a good time" von McDonalds wird nur von rund 59 Prozent der repräsentativ Befragten Menschen korrekt übersetzt. Die Teilnehmer dieser Untersuchung waren zwischen 14 und 59 Jahre alt eine Zielgruppe, die gerade in der Werbebranche als die kaufkräftigste und somit attraktivste gilt. Werden wir noch konkreter. Mitsubishi stiftete beispielsweise mit ihrem Werbeslogan "Drive Alive" sehr große Verwirrung in Deutschlands Wohnzimmern. Denn nur 18 Prozent der Befragten verstanden ihn so, wie es sich Mitsubishi gedacht hat: "Lebendiges Fahren". Viel mehr Leute verstanden den Slogan allerdings vollkommen falsch und interpretierten sogar die Botschaft "Überleben Sie die Fahrt in unserem Auto" in den Slogan hinein. Und mit dem Sat.1-Motto "Powered by emotion" assoziierten die Zuschauer viel zu häufig "Kraft durch Freude".

Diese kleinen Beispiele zeigen, dass es vielleicht gar nicht so sinnlos wäre, Englisch aus deutscher Werbung verschwinden zu lassen. Der Kampf gegen Denglisch ist aber nach Ansicht von Sprachschützern wie Walter Krämer noch nicht ausgetragen. Sie verlangen, dass Anglizismen nicht nur aus der Werbung, sonders aus der ganzen deutschen Sprache verschwinden sollen. Dann gäbe es bald keine Laptops mehr, der Hamburger würde nicht mehr Hamburger heißen und es würde keine Discos oder Clubs mehr geben. Überhaupt müsste einiges überdacht und neu betitelt werden. Ob das nötig ist, sei einmal dahin gestellt. Fakt ist allerdings, dass Deutsch wieder in Mode gerät. 

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Weitere Quellen: spiegel.de