Schreibschwäche

Christian Brandl Von Christian Brandl

Wenn normal begabte Kinder und Jugendliche anhaltende Probleme mit der Rechtschreibung und dem Lesen von Texten haben, so bezeichnet die Medizin sie als Legastheniker: Menschen, die Schwierigkeiten mit Worten oder der Sprache haben. Zwar stimmen die Zahlen nicht genau überein, aber verschiedene aktuelle Studien gehen inzwischen davon aus, dass vier bis acht Prozent aller Schüler stark von diesem Problem betroffen sind.

Insgesamt hätten bis zu 20 Prozent der Jugendlichen erhebliche Probleme im Umgang mit der deutschen Sprache. Dabei sind Jungs stärker betroffen, als Mädchen: sie machen rund zwei Drittel der Betroffenen aus.

Da die Legasthenie jedoch nicht unmittelbar mit der allgemeinen Intelligenz der Betroffenen zusammmenhängt - zuweilen tritt das Problem selbst bei hochbegabten Menschen auf, wie die Beispiele von Albert Einstein, John F. Kennedy, Walt Disney und auch verschiedener Schriftsteller wie Agatha Christie und John Irving belegen - geht die Wissenschaft nun von einer Fehlfunktion im Gehirn aus.  Eine Beeinträchtigung der Wahrnehmungsverarbeitung im Zentralnervensystem sei wahrscheinlich für die Lese- und Schreibschwäche verantwortlich.

Mit gezieltem Einzeltraining kann jedoch meist schnell eine Besserung hervorgerufen werden und die Jugendlichen brauchen diese Hilfe: "Wir erleben in der täglichen Arbeit die Leidenswege dieser Kinder und können die akademische Diskussion daher nicht nachvollziehen", betont Beinstein vom Förderpädagogischen Zentrum in Wien. "Da wir wissen, dass diesen Kindern geholfen werden kann, halten wir die Diskussion für zutiefst menschenverachtend." Da die Ursachen für Legasthenie sehr individuell sind, sei individuelle Hilfe für die Jugendlichen die wichtigste Maßnahme.

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Weitere Quellen: Quelle: WienerZeitung.atBildmaterial: © Photocase.com