Schulkultur gegen Homophobie

Redaktion Von Redaktion
Schulkultur gegen Homophobie
iStockPhoto.com / Fitzer

Bisher hat sich der  19. Hamburger Senat in der Homopolitik nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zwar formulierten die regierenden Parteien CDU und GAL (hanseatisches Pendant zu Bündnis 90/Die Grünen) 2008 in ihrer Koalitionsvereinbarung Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von homosexuellen Menschen, die Verwirklichung blieb bisher allerdings aus.

Bisher hat sich der  19. Hamburger Senat in der Homopolitik nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zwar formulierten die regierenden Parteien CDU und GAL (hanseatisches Pendant zu Bündnis 90/Die Grünen) 2008 in ihrer Koalitionsvereinbarung Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von homosexuellen Menschen, die Verwirklichung blieb bisher allerdings aus.

Materialien-, Methodenbox und Fortbildungen

Das soll sich nun ändern. Verfasste man im Koalitionsvertrag noch, dass Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer sexuellen Identität in der Schule umfassende Hilfestellung geleistet werden soll, wird man nun konkreter. Die Behörde für Schule und Berufsbildung stellt für das kommende Schuljahr  eine neue Materialien- und Methodenbox für den Unterricht zur Verfügung, die von Lehrkräften zur Gestaltung des Unterrichts eingesetzt werden soll. Außerdem wird eine Beratungsstelle geschaffen, die Schulen, Lehrern, Eltern und Schülern zur Seite stehen soll. Ferner soll ein spezielles Fortbildungsangebot für Referendare (angehende Lehrer) geschaffen werden.

Diese Maßnahmen sind mehr als nur ein Schritt in die richtige Richtung,sie können wegweisend für einen neuen Umgang mit Sexualität sein undHomosexuelle in ihrer Individualität stärken.

Angebot nur für Referendare

Unverständlichbleibt allerdings, warum das Fortbildungsangebot nur für Referendaregilt. Immerhin sind alle Lehrkräfte in Hamburg zur regelmäßigenWeiterbildung verpflichtet, es wäre ein Leichtes jene Fortbildung füralle Lehrkräfte verpflichtend zu machen.

Ebenfalls fraglichbleibt, ob das Verfügbarmachen der Methodenbox zugleich zurThematisierung der Homosexualität im Unterricht führt. Verpflichtendsind Lehrinhalte nur, wenn sie im Bildungsplan stehen. Auch hier gibtes Nachholbedarf, möchte man erreichen, dass Homosexualität auchjenseits des Biologieunterrichts thematisiert wird.

Ziel: Schulkultur gegen Homophobie

DasZiel der vorgestellten Maßnahmen sei eine Schulkultur zu entwickeln, inder sich jeder, vom Schüler, über den Hausmeister, bis hin zumSchulleiter gemeinsam gegen Homophobie einsetzt. Es bleibt zu hoffen,dass unter dem offen homosexuell lebenden Bürgermeister Ole von Beust(CDU) noch weitere Maßnahmen ergriffen werden, um dieses hochgesteckteZiel zu erreichen.

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Weitere Quellen: hamburg.de, cduhamburg.de