Schweizer sagen Ja

Christian Brandl Von Christian Brandl

Mit einer klaren Mehrheit sprachen sich die Schweizer am vergangenenSonntag für die Einführung der "eingetragenen Partnerschaft" fürSchwule und Lesben aus. Mit 58% Zustimmung wurde der Gesetzesvorschlagin einer Volksabstimmung verabschiedet. Im Vorfeld war bereits überalle politischen Parteien hinweg eine breite Zustimmung zu derEinführung des Partnerschaftsgesetzes laut geworden. Selbst diePräsidentin der konservativen Christlichen Volkspartei sprach sichdafür aus, denn es gebe ein "Recht, glücklich zu sein" und ein Recht,für dieses Glück Verantwortung zu übernehmen, so Doris Leuthard.

Im Zuge einer Kampagne für die Einführung der eingetragenenPartnerschaft hatte das Ja-Komitee ein klischeefreies und normales Bildvon Schwulen und Lesben gezeigt. Lilian Schaufelberger, Mitglied desKomitees betonte, dass sich dadurch die Einstellung der Schweizer zuihren schwulen und lesbischen Nachbarn geändert habe. Wenn heute vonHomosexuellen gesprochen werde, hätten sie die nette Nachbarin oder densympathischen Chef vor ihremgeistigen Auge. "Das ist der wahre Erfolg der Kampagne", sagteSchaufelberger.

Das neue Gesetz ermöglicht die amtliche Registrierung einerhomosexuellen Partnerschaft und bietet damit eine bessere Absicherungder Partner. Dies betrifft vor allem das Sozialversicherungs- , Steuer-und Erbrecht. In diesen Punkten ist die Homo-Ehe der klassischen Ehegleichgestellt. Weiterhin untersagt bleibt jedoch die Adoption und derZugang zur Fortpflanzungsmedizin. Auch die Einbürgerung ausländischerPartner wurde nicht vereinfacht.

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Weitere Quellen: Frankfurter Rundschau