Schwul geblieben

Christian Brandl Von Christian Brandl

Nur Freundschaften unter Männern sind wahre Freundschaften - nach diesem Motto scheinen auch die Humbolt-Pinguine des Bremerhavener Zoos zu leben, denn mutig trotzen Sie allen Verführungsversuchen schwedischer "Damen", die im Rahmen eines Zuchtprogramms zur Arterhaltung aus dem schwedischen Kolmarden im vergangenen Jahr nach Bremerhaven gebracht wurden.

Die Tiere hatten schon 2005 für ein großes Medieninteresse gesorgt, da sich die vom Aussterben bedrohten Pinguine wegen Weibchenmangels zu homosexuellen Paaren zusammengefunden hatten. Während die Schwedinnen im vergangenen Jahr schlichtweg zu spät mit den Männchen zusammengebracht worden waren und daher die Paarfindung der Vögel bereits vorbei war, scheinen die Pinguinweibchen auch in diesem Jahr kein "Glück" bei der Partnersuche zu haben: "Die Schwedinnen halten sich zurück", sagte Zoodirektorin Heike Kück und daher hätten sich bei wieder Brutpaare aus männlichen Artgenossen gebildet. Doch ein kleiner Lichtblick bleibt dem Zuchtprogramm, denn immerhin vier heterosexuelle Paare haben sich in diesem Jahr gebildet.

Die "Verführung" der Männchen hat einen ernsten Hintergrund, denn die Humbolt-Pinguine sind vom Aussterben bedroht. Das Geschlecht von Pinguinen ist für Biologen nur schwer festzustellen, daher war der Weibchen-Mangel in Bremerhaven lange unbemerkt geblieben. Da im schwedischen Kolmarden ein Überschuß an Weibchen vorhanden war, wurden diese zur Arterhaltung nach Bremerhaven überführt. Dieser Versuch  war von Schwulen und Lesben-Organisationen weltweit kritisiert worden: man wolle den Pinguinen hier "mit Gewald das Recht auf gleichgeschlechtliche Liebe" nehmen.

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Weitere Quellen: Quelle: Die Welt Online Bildmaterial: © Photocase.com / sherlock0574