Schwule dürfen Knochenmark spenden

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Schwule dürfen Knochenmark spenden
DKMS

Bislang war es Männern, die Sex mit Männern haben, nicht erlaubt, sich als potenzieller Spender registrieren zu lassen. Das hat sich Mitte Dezember jedoch geändert, wie jetzt erst bekannt wurde.

Schwule, bisexuelle und andere Männer, die Sex mit Männern haben, gehörten vor dem 18. Dezember zu einer Risikogruppe. Deshalb durften sie kein Knochenmark spenden. Diese Regelung hat sich jedoch geändert. "Die sexuelle Orientierung wird nicht mehr abgefragt", bestätigt Julia Runge von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Damit endet eine pauschale Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern. Verschiedene Gremien hatten darauf hingewirkt, Schwule für die Registrierung zuzulassen. Andere Risikogruppen, zum Beispiel Prostituierte, sind von der Entscheidung ebenso betroffen. Auf das Blutspendeverbot hat die Entscheidung jedoch keinen Einfluss.

Mit der Entscheidung öffnet das zuständige Zentralregister ZKRD nun vielen Schwulen und Bisexuellen den Weg, Knochenmark oder Stammzellen zu spenden. Das begrüßt die DKMS sehr: "Viele Homosexuelle sind auf uns zugegangen und haben diesen Wunsch geäußert. Das hätte längst passieren sollen", sagt Runge. Eine Stammzellenspende ist für Blutkrebs-Patienten oft die einzige Möglichkeit einer Heilung. Alleine in Deutschland erhält alle 16 Minuten ein Mensch die Diagnose Blutkrebs.

Neuregelung wurde nicht bekannt gemacht

Deshalb tut sich auch die Frage auf, wieso das Zentralregister ZKRD diese Änderung nicht bekannt gemacht hat. Die Entscheidung liegt immerhin fast einen Monat zurück. Das Thema Schwule und Knochenmark- beziehungsweise Blutspende sorgte lange Zeit für Diskussionen. Die Entscheidung beeinflusst potenzielle Spender und Patienten. Das ZKRD war für eine Stellungnahme am Freitag nicht mehr zu erreichen.

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