"Schwule Gesundheit"

Redaktion Von Redaktion
"Schwule Gesundheit"
DAH

"Wie geht’s euch?" – dieser scheibar simplen Frage geht eine Befragung der Deutschen AIDS-Hilfe nach. Es soll herausgefunden werden, wie es um die seelische Gesundheit schwuler und bisexueller Männer bestellt ist.

Ist die Seele krank, leidet auch meist der Körper. Diskriminierende Erfahrung, Rechtfertigungs-, Anpassungs- und Verstellungsdruck, dem Schwule und Bisexuelle allzu oft ausgesetzt sind, können psychische Beschwerden und dann eben physische Beschwerden verursachen. Ein offenes Ausleben der eigenen Sexualität, der eigenen Wertevorstellung ohne Beeinträchtigung von außen stellt so für viele eine Herausforderung dar.

Konfrontationen mit homonegativen Haltungen

Den Auswirkungen dieses Drucks auf die seelische Gesundheit von Schwulen und Bisexuellen in Deutschland  will nun Martin Kruspe mit seiner Studie auf die Spur gehen. Als "schwule Gesundheit"  wird als etwas Spezifisches betrachtet. Schwule und bisexuelle Männer sind nämlich nicht nur den grundsätzlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, mit denen sich auch heterosexuelle Männer konfrontiert sehen. Sondern es gibt weitere Risiken für die Gesundheit, die auf Konfrontationen mit gesellschaftlichen homonegativen Haltungen beruhen. Dieser Frage nimmt sich Kruspe also an.

Damit wäre man nicht mehr auf internationale Untersuchungen angewiesen.  Diese seien "sehr verallgemeinernd" und man habe aus ihnen "sehr eindimensionale Schlüsse gezogen", kritisiert Kruse, der es besser machen möchte. Vergleichbares gebe aus Deutschland nicht. "Wir machen hier wirklich etwas Besonderes", erklärt der Psychologiestudent, der als Heterosexueller keinerlei Berührungsängste bei dem Thema hat und auf seine Wissenschaftlichkeit pocht.

Vollkommen anonyme Erhebung

Kruspe hat im Rahmen eines mehrmonatigen Forschungspraktikums bei der Deutschen AIDS-Hilfe einen Fragebogen entwickelt. Mit diesem will er herausfinden, wie es um die "schwule Gesundheit" in Deutschland bestellt ist. Die Resultate sollen dann in seiner Masterarbeit analysiert werden. Mit ersten Ergebnissen wird für den Spätsommer 2012 gerechnet.

Seit gut 30 Jahren setzt sich die Deutsche AIDS-Hilfe unter anderem für die Förderung der Gesundheit von schwulen, bisexuellen und anderen Männern, die Sex mit Männern haben, ein. Mit der Teilnahme an der Umfrage kannst du sie unterstützen. Die Studie enthält Fragen zu eurer Person, eurer Einstellung zu Homosexualität, Diskriminierungserfahrungen, seelischem Wohlbefinden und der Unterstützung aus eurem Umfeld. Für die Antworten brauchst du etwa 15 Minuten. Rückschlüsse auf dich persönlich können durch die Antworten nicht getroffen werden. Die Erhebung ist vollkommen anonym. Allerdings kannst du aus rechtlichen Gründen nur mitmachen, wenn du mindestens 16 Jahre alt bist.

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