Schwule Libellen

Christian Brandl Von Christian Brandl

In einem Experiment haben Wissenschaftler der universität Antwerpennachgewiesen, dass auch Insekten zu homosexuellen Neigungen fähig sind.Dazu sperrten der Forscher Hans van Gossum und seine Kollegen männlichePechlibellen für zwei Tage in einen Käfig. Nachdem die Libellen nachdieser Prägungszeit wieder mit anderen - auch weiblichen - Libellenzusammengebracht wurden, konnten die Forscher beobachten, dass 3/4 derMännchen nun andere Männchen zur Paarung bevorzugten.

Bei den Libellen ist dafür jedoch nach Auskunft der Forscher einsimpler, aber sehr effektiver Trick der Natur verantwortlich: diemännlichen Libellen prägen sich Körperform und Farbe der Weibchen inihrer Umgebung ein. Dieses System stellt sicher, dass die Männchen aufdie am besten an die Umgebung angepassten - und somit am häufigstenvorkommenden - Weibchen geprägt sind und sich bevorzugt mit diesenpaaren. Darum erklärt Hans van Gossum gegenüber SPIEGEL Online dasPhänomen der "schwulen Männchen" wie folgt: "Libellenlegen offenbar das Suchbild eines passenden Partners an, um sichmöglichst schnell paaren zu können [...] Normalerweise sind auchWeibchen in der Nähe. Ist das aber nicht der Fall, verändert sich dasSuchbild offenbar."

Die Prägung ist aber nicht von langer Dauer: bringt man die gleichenMännchen nur mit Weibchen zusammen und sperrt sie mit diesen in einenKäfig, paart sich ein "überraschend hoher Prozentsatz" wieder mitWeibchen.

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Weitere Quellen: SPIEGEL Online