Schwule müssen draußen bleiben

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Schwule müssen draußen bleiben
Wikimedia/Ricardo Liberato

Ägyptische Behörden dürfen Schwulen und Lesben die Einreise aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verweigern. Ein Gericht hat entschieden, dass dies im öffentlichen Interesse sei.

Bereits im Jahr 2008 hat das ägyptische Innenministerium einen Studenten aus Libyen ausgewiesen. Außerdem wurde ihm die Wiedereinreise nach Ägypten untersagt. Der Grund: Angeblich ist er schwul. Er hatte an der Arabischen Akademie für Wissenschaft, Technologie und Seetransport in Alexandria studiert.

Der Student hat sich dagegen gewehrt und Einspruch erhoben. Ein ägyptisches Verwaltungsgericht hat das abgelehnt. Denn laut Gericht hätten die Behörden grundsätzlich das Recht, der Homosexuelle verdächtige Ausländer auszuweißen. Dies sei im öffentlichen Interesse, weil so religiöse und gesellschaftliche Werte geschützt werden können.

150 Homosexuelle im Gefängnis

Zwar ist Homosexualität in Ägypten nicht verboten. Immer wieder gibt es jedoch Berichte über Verurteilungen. Oft geschieht dies aufgrund von anderen Vergehen, etwa wegen "moralischer Verdorbenheit" oder "der Verletzung der Lehren der Religion".

Seit dem Machtwechsel 2011 hat sich die Lage für Schwule und Lesben noch verschlimmert. Die Initiative "Egyptian Initiative for Human Rights" erklärte, dass seit der Machtübernahme des Militärs etwa 150 Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Orientierung verhaftet wurden.

Volker Beck, innenpolitischer Sprecher der Grünen, verurteilte die Entscheidung scharf. Sie sei ein "herber Rückschlag für Homosexuelle". Er fordert die Bundesregierung auf, beim ägyptischen Botschafter in Deutschland gegen das Einreiseverbot zu protestieren.

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