Schwule Spitzel gesucht

Patrick Fina Von Patrick Fina

(dbna.de / sueddeutsche.de) Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 will erstmals auch Schwule und Lesben als neue Agenten anwerben. Zu diesem Zweck werde der Geheimdienst künftig mit "Stonewall", der führenden Homosexuellen-Lobby Großbritanniens, zusammenarbeiten, verkündete Geheimdienst-Chef Jonathan Evans. "Stonewall" wird dem Geheimdienst nicht nur Ratschläge erteilen, wie er in Zukunft verstärkt Homosexuelle anstellen kann, sondern auch bereits angestellte MI5-Agenten dazu ermutigen, sich zu ihrer sexuellen Neigung zu bekennen. "Der Dienst strebt an, das ganze Spektrum der britischen Gesellschaft widerzuspiegeln", sagte ein ungenannter Sprecher des MI5.

Noch bis Anfang der neunziger Jahre war die Beschäftigung von geouteten Schwulen und Lesben bei britischen Geheimdiensten und beim diplomatischen Dienst verboten. Als Argument für diese drastische Entscheidung wurde immer wieder angeführt, dass man Angst vor der Erpressbarkeit homosexueller Agenten durch ausländische Dienste habe. Seit den Terroranschlägen auf die Londoner U-Bahn im Juli 2005 hat der MI5 die Anzahl seiner Mitarbeiter mehr als verdoppelt. Vor allem britische Muslime wurden gezielt angeworben.

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Weitere Quellen: sueddeutsche.de, istockphoto.com/Duncan P. Walker