Schwule und Lesben besser schützen

Falk Steinborn Von Falk Steinborn

(dbna.de / euronews.net) Mehr als ein Drittel der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) wollen Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle entkriminalisieren.  Während der UN-Vollversammlung am Donnerstag setzten sich 66  der 192 UN-Staaten für die Straffreiheit von Homosexualität und Transsexualität ein. In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie dazu auf, alles Erforderliche zu unternehmen, damit die sexuelle Neigung oder die geschlechtliche Identität nicht als Begründung von Hinrichtungen und Verhaftungen dienen kann.

Die Initiative geht auf Frankreich zurück. Frankreichs Staatssekretärin für Menschenrechte sagte vor den Vereinten Nationen, dass die Initiative zeigen wolle, dass die Sicherung von Frieden und die Frage nach sexueller Orientierung miteinander verknüpft seien. Weiterhin mahnte sie an: "Wie können wir zu Beginn dieses 21. Jahrhundert akzeptieren, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verhaftet, gefoltert oder exekutiert werden?"

Das Bestreben der Initiative wurde sowohl von den mächtigen UN-Staaten USA, China und Russland als auch vom Vatikan und zahlreichen asiatischen und arabischen Staaten abgelehnt. So sagte der syrische UN-Abgesandte Abdullah Hallak in der UN-Vollversammlung: "Wir sind ernsthaft über den Versuch besorgt, Auffassungen in die UN einfließen zu lassen, die keine rechtliche Grundlage in irgendeinem internationalen Menschenrechtsdokument haben."

Hingegen weist die Initiative der 66 Staaten in ihrer Erklärung auf den ersten Artikel der UN-Menschenrechtscharta hin. In dieser heißt es: "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren." Dies gelte auch für Homo- und Transsexuelle.

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Weitere Quellen: www.euronews.net, Stihl024/www.pixelio.de