Schwule verdienen weniger

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Schwule verdienen weniger
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Eine Studie untersuchte Gehaltsunterschiede von Homosexuellen. Das Ergebnis: Schwule erhalten im Durchschnitt weniger, Lesben mehr Gehalt als vergleichbare heterosexuelle Beschäftigte. Die Gründe sind vielfältig.

Es ist bekannt, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Der Gehaltsunterschied beträgt insgesamt etwa 23 Prozent. Das liegt vor allem an unterschiedlichen Berufen: Sozialpädagoginnen bekommen weniger Geld als Ingineure. Doch selbst bei der gleichen Qualifikation beträgt der Unterschied noch zwölf Prozent.

Bei Homosexuellen verhält es sich offensichtlich genau umgekehrt. Die US-amerikanische Ökonomin Marieka Klawitter hat in einer Metastudie den Zusammenhang zwischen sexueller Orientierung und Lohn untersucht. Je nach Studie verdienen Schwule null bis 30 Prozent weniger als ihre heterosexuellen Kollegen, welche dieselbe Arbeit haben. Im Schnitt bleibt ein Unterschied von elf Prozent. 

Chefs haben mehr Vorbehalte gegen Schwule als gegen Lesben

Lesben dagegen haben am Ende des Monats mehr Geld als heterosexuelle Frauen. Der Gehaltsunterschied schwankt zwischen 25 Prozent weniger und 43 Prozent mehr. Durchschnittlich verdienen homosexuelle Frauen neun Prozent mehr.

Um die unterschiedlichen Werte vergleichen zu können, setzte die Wissenschaftlerin Größen wie Alter, Bildung, ethnischen Hintergrund sowie Wohnort als Kontrollinstanzen. 

Doch wieso verdienen Schwule weniger, Lesben dagegen mehr für dieselbe Arbeit? Laut Marieka Klawitter liegt es an Diskriminierungen im Arbeitsleben. So seien in Chefetagen die Vorbehalte gegen homosexuelle Männer größer als gegenüber Lesben. Dafür spricht auch, dass die Unterschiede im Laufe der Zeit geringer wurden - je mehr gesellschaftliche Akzeptanz, desto weniger Einkommensunterschiede.

Schwule arbeiten weniger lang als heterosexuelle Kollegen

Doch auch die Arbeitsteilung in Partnerschaften könnte eine Rolle spielen. Da Frauen generell weniger verdienen als Männer, können sich Lesben nicht auf das höhere Gehalt eines Mannes verlassen. Sie sind laut Studie dazu gezwungen, sich stärker im Beruf zu engagieren. Schwule können dagegen mit einem vergleichsweise besser verdienenden Partner rechnen. 

Dafür spricht auch ein Vergleich der wöchentlichen Arbeitszeit: Homosexuelle Frauen arbeiten länger, Schwule dagegen kürzer als ihre Hetero-Kollegen. 

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