Sie zeigen alle Symptome von Cannabis oder Kokainabhängigen: immer aufder Suche nach der nächsten (höheren) Dosis, Kontrollverlust und dasAuftreten von Entzugserscheinungen. Sexsucht geht einher mit einerhohen Abhängigkeit und ist nach Erkenntnissen der DeutschenGesellschaft für Psychiatrie,Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) meist aufMissbrauchserfahrungen in der Kindheit oder gestörten Umgang mitIntimität in der Familie zurückzuführen.

Nach Schätzungen der Berliner Psychologin SabineGrüsser sind in Deutschland rund 500.000 Menschen von dieser Art derSucht betroffen und für viele geraten schnell in den einenTeufelskreis: "Sie haben die Kontrolleüber ihr Verhalten verloren, brauchen eine immer höhere Dosis undzeigen Entzugserscheinungen",so die Psychologin gegenüber dem FOCUS. Die Sexsucht sei genausozermürbend wie Spiel- oder Kaufsucht und wirke sich oft auch auf dieExistenz und die Familie des Süchtigen aus.

Und über ihr Problem zu sprechen fällt den meisten noch schwerer alsanderen Süchtigen, denn das Thema ist in unserer Gesellschaft noch zutabuisiert und Schamgefühl hindert Sexsüchtige daran, sichprofessionelle Hilfe zu suchen. Die Entwöhnung ist ähnlich schmerzhaftwie für Drogensüchtige, denn der Sexsüchtige muss von seiner "Dosis"von mehreren Höhepunkten am Tag wieder auf einen normalen Level kommen.Dieser Entzug ist oft mit klassischen Entzugserscheinungen wieAngstzuständen, Weinkrämpfen oder Wutausbrüchen verbunden.

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Weitere Quellen: SPIEGEL Online