Seychellen wollen Homosexualität erlauben

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Seychellen wollen Homosexualität erlauben
flickr.com/Jean-Marie Hullot

Das Inselparadies will ein Gesetz aufheben, das gleichgeschlechtlichen Sex verbietet. Damit reagieren die Seychellen auf den internationalen Druck. Auch dem Tourismus wird es guttun: Noch gilt das Land als No-Go für schwule Reisende.

Die Seychellen, ein beliebtes Urlaubsziel nördlich von Madagaskar, will noch dieses Jahr ein Gesetz streichen, der Sex unter Männern verbietet. Aktuell können Männer, die "wider der Natur" schwulen Geschlechtsverkehr haben, gemäß Paragraf 151 mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden.

Verurteilungen sind zwar bereits jetzt sehr selten, doch das Gesetz aus der britischen Kolonialzeit besteht noch immer. Deshalb plant die Regierung laut der nationalen Nachrichtenagentur, es noch in diesem Jahr abzuschaffen.

Großbritannien übte Druck aus

Der Oberste Rechtsberater Ronny Govinden erklärt, dass der internationale Druck durchaus ein Faktor war: "Es ist dringend für uns, denn wann auch immer wir bei einer internationalen Tagung teilnehmen, erfahren wir Druck von anderen Ländern, die uns bitten, das Gesetz abzuschaffen."

Bereits im Jahr 2011 hat die Regierung versprochen, Homosexualität nicht mehr zu bestrafen. Passiert ist seitdem jedoch nichts. Berry Faure, Sekretär im Außenministerium, bestätigt das: "Die Seychellen sollten 2011 das Gesetz überprüfen, was nicht passiert ist. Großbritannien hat uns daran erinnert, dass wir keine Fortschritte gemacht haben." Als Mitglied des Commonwealth hat Großbritannien noch großen Einfluss auf den Inselstaat.

Seychellen wollen kein "No-Go" für schwule Touristen mehr sein

Ronny Govinden hat die Frage nach einem Referendum nach irischem Vorbild abgelehnt. "Das ist eine einfache Änderung des Strafgesetzbuches, die von der Nationalversammlung durchgeführt werden kann. Das vermeidet Konflikte", sagte er.

Ein Grund für die Entkriminalisierung: Die Seychellen leben vom Tourismus. 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts kommen durch den Fremdenverkehr, etwa 15 Prozent der Einwohner sind direkt im Tourismus tätig.

Vor allem seit Prince William seine Flitterwochen mit Prinzessin Kate im Jahr 2011 in dem Inselparadies verbracht haben, boomt der Tourismus noch mehr. Nun will sich das Land LGBTIQ*-Reisenden öffnen und von der "No-Go-Liste" gestrichen werden.

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Weitere Quellen: flickr.com/Jean-Marie Hullot