Skaten statt Turnen

Christian Brandl Von Christian Brandl

Der deutsche Schulsport hat drei große Probleme: er fällt häufig aus,die Sportanlagen sind größtenteils total veraltet und er trifft nichtmehr den Nerv der Schüler. Die wollen sich heute nicht mehr mit"antiken" Sportarten wie Leichtatletik oder Gymnastik beschäftigen,sondern würden Trendsportarten bevorzugen. Veränderungen oderEntwicklungen sind dort derzeit auch nicht bemerkbar: "Bisherhabe ich da eher eine 'Igel-Taktik' gespürt. Man versucht das zulegitimieren, was wir haben. Ich spüre da weniger ein beherztesRangehen an die aufgezeigten Probleme.", so Sportpädagoge Brettschneider.

Ein Problem ist auch der späte Schwimmunterricht. In vielen Schulenwird dieser erst ab der dritten Klasse unterrichtet, was dazu geführthat, dass nach einer Studie der DLRG lediglich 61% der 8-jährigenschwimmen können. Darum warnt Brettschneider auch davor, dasslangfristig die Zahl der Badeunfälle steigen könnte.

"Wir wissen jetzt, wo sich die Schwachstellen im Schulsport befinden",so der Präsident des Deutschen Sportbundes Manfred von Richthofen. DieSchüler hätten großes Interesse an Schulsport, wollten jedoch mehrgefordert werden. Insbesondere verlangen sie danach, dassTrendsportarten wie Inline-Skating, Klettern oder Kampfsport und Spielewie Basketball oder Football auf den Stundenplan kommen. Nur so könneman verhindern, dass der Sportunterricht "zu einem Museum für den traditionellen Sport" werde.

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Weitere Quellen: SPIEGEL Online