So klingt der Pride in Reykjavík

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
So klingt der Pride in Reykjavík
YouTube/Reykjavik Pride

An diesem Wochenende feiert Islands Hauptstadt sein Pride-Festival, das wieder Zehntausende Besucher anlockt. Neben dem CSD-Song gibt es noch eine Weltpremiere: Zum ersten Mal ist ein Präsident mit dabei.

"Við getum sameinast" - für ungeübte Zungen womöglich schwer auszusprechen und noch schwerer mitzusingen - heißt der offizielle Song zum Pride in Reykjavík. "Wir können uns vereinen" heißt das übersetzt. Die tanzbare Nummer ist eine Premiere: Zum ersten Mal wurde ein Song eigens für den Pride komponiert.

"Im Text geht es darum, dass wir alle gleich und gleichberechtigt sind, und dass wir uns im Glück vereinen können", erklärt Eyþór Úlfar Þórsson, der den Song mit seinen zwei Bandkollegen von "September" geschrieben hat. 

Premiere: Präsident und Bürgermeister nehmen an Pride teil

"Wir wollten ein bisschen Eurovision-Vibe, aber der Song sollte keine reine Eurovision-Nummer sein", erklärt er. Es lässt sich getrost sagen: Ziel erreicht. Entstanden ist ein Up-Tempo-Stück, das im Kopf bleibt, und zu dem man sich gerne bewegt.

Neben der musikalischen bietet der Reykjavík Pride noch eine weitere Premiere: Zum ersten Mal in der Weltgeschichte wird ein Präsident an einem LGBTIQ*-Festival teilnehmen.

Der frisch gewählte Guðni Th. Jóhannesson hat an seinem sechsten Arbeitstag an der Parade am Samstag teilgenommen. Im Vorfeld sagte er, dass er den Kampf für Menschenrechte wichtig findet. "Zum Glück bewegt sich unsere Gesellschaft in die richtige Richtung. Wenn ich da irgendwie mithelfen kann, ist es mir eine Ehre, es zu tun."

Island: Erste offen homosexuelle Regierungschefin

Jóhannesson hält eine Rede am Ende der Parade. Noch näher dabei ist die Stadtverwaltung: Bürgermeister Dagur B. Eggertsson fährt auf einem Wagen mit - auch das zum ersten Mal.

Island gilt als sehr liberales Land. Schwule und Lesben können seit 1996 ihre Partnerschaft anerkennen lassen, im Jahr 2010 folgte die Eheöffnung. Als erste machte die damalige Premierministerin Jóhanna Sigurðardóttir davon Gebrauch. Damit war die heute 73-Jährige die erste Regierungschefin der Welt, die in einer offen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt.

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