So sieht Liebe aus

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer

Der Turmspringer und der Drehbuchautor sind eindeutig ein schwules Traumpaar. In einem Interview sprechen die beiden darüber, wie sie sich kennen- und liebengelernt haben.

Vor knapp drei Monaten haben sich der 21-jährige Turmspringer und der 20 Jahre älterer Drehbuchautor und Oscargewinner ("Milk") verlobt. Ganz klassisch, manche würden sagen spießig, haben sie das in der "London Times" bekanntgegeben.

Jetzt sprechen die beiden in einem Doppelinterview mit dem US-Schwulenmagazin Out darüber, wie sie sich überhaupt kennengelernt haben. 

Es war im Jahr 2013, Tom war gerade einmal 18, als die beiden im selben Restaurant essen waren. "Als Tom reinkam, dachte ich, Oh mein Gott, er ist so süß. Ich wusste wer er ist ich habe die Olympischen Spiele geschaut aber in echt fand ich ihn reifer und selbstsicherer als ich dachte", erzählt Dustin.

Tom wusste nicht, wer Dustin ist

Dabei wusste er nicht einmal, ob Tom überhaupt schwul ist. Doch die gegenseitigen Blicke haben es ihm schnell verraten. "Der Splitter einer Sekunde, wenn dich jemand ansieht, bevor er merkt, dass du ihn entdeckt hast und er wegschaut. Und ich dachte, das ist nicht hetero."

Tom, er ist großartig, und alles, was dich glücklich macht, macht mich auch glücklich. - Toms Mutter

Tom gibt zu, dass er nicht einmal wusste, wer Dustin überhaupt sei - also hat er nach ihm gegoogelt. Dustin musste an diesem Abend jedoch früh nach Hause, weshalb Tom ihm seine Nummer ins Handy gespeichert hat.


Dustin dachte, er müsste seine Homosexualität unterdrücken

Am nächsten Abend sahen sie sich in einer Hotelbar wieder. Tom erinnert sich: "Es war eines der ersten Male, dass ich dachte, Oh mein Gott, ich fühle mich nicht nur zu ihm hingezogen. Das ist jemand, mit dem ich auf einem ganz anderen Level verbunden bin."

Doch Dustin erzählt auch von schwierigen Momenten. Mit sechs oder sieben saß er mit seiner Familie in einer mormonischen Kirche. Der damalige Präsident der Kirche, Spencer W. Kimball, war zu Gast. "Und ich erinnere mich deutlich, wie er Homosexualität mit Mord verglichen hat." 

"Ich saß dort in der Kirche und dachte, Wenn das, was ich fühle, genauso schlimm ist wie Mord, muss ich es verstecken, oder ich werde ermodert." Das hat ihn zu dieser Zeit sehr traurig gemacht. "Gefühle und Emotionen bewegen mich sehr", sagt er, "und wenn dir jemand erzählt, du wirst das nie haben dürfen (...), was ist dann noch übrig?"

Ein Ort, an dem wir irgendwann einmal unseren Kindern sagen können, hey, das ist, wo sich euer Dad und ich verlobt haben. - Dustin Lance Black

Tom erzählt außerdem davon, wie er seiner Mutter seinen Freund vorgestellt hat. Sie habe es erst nicht ganz verstanden, weil sie dachte, die beiden seien nur Freunde. "'Nein, er ist mein Freund' und sie sagte 'Oh, du bist in einer schwulen Beziehung mit ihm?' und ich habe Ja gesagt und sie meinte 'Naja, Tom, er ist großartig, und alles, was dich glücklich macht, macht mich auch glücklich.'"

Das Problem: Überall waren zu viele andere Leute

Die beiden haben von Anfang an übers Heiraten gesprochen. "Ich wusste immer, dass es irgendwann passieren wird", sagt Tom. Doch bis es soweit war, hat es einige Zeit gedauert. Beide haben etwa gleichzeitig geplant, dem anderen einen Antrag zu machen.

Doch es ist oft gescheitert: In San Francisco waren zu viele Leute dabei. Und Dustin erinnert sich: "Aber ich dachte, das ist nicht so, wie ich meine Verlobung haben möchte, denn ich möchte sie an einem Ort haben, der normaler ist. Ein Ort, an dem wir irgendwann einmal unseren Kindern sagen können, hey, das ist, wo sich euer Dad und ich verlobt haben."

Verlobung in Unterwäsche

In London ist es schließlich passiert, auch wenn Dustin nicht mehr damit gerechnet hätte. Denn sowohl im Park als auch an der Tower Bridge war wieder zu viel los. Zurück zu Hause, hat er sich schon fürs Zu-Bett-Gehen fertig gemacht. Er kam in Unterwäsche aus dem Badezimmer. "Und dann geht er auf seine Knie und macht mir einen Antrag."

Zum Interview gab es ein Fotoshooting, das wir euch nicht vorenthalten wollen. Hier geht's zu den Fotos.

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