Software erkennt sexuelle Orientierung eines Menschen

Software erkennt sexuelle Orientierung eines Menschen

Stanford University

Mithilfe eines Computerprogramms scheint es US-Forschern gelungen zu sein, die sexuelle Orientierung eines Menschen anhand eines Porträtfotos zu erkennen.

Forscher aus den USA zeigen, dass Computer anhand von Porträtfotos ableiten können, ob diese Person hetero- oder homosexuell ist.

Mehr als 35.000 Fotos von fast 15.000 Mitgliedern bildeten die Grundlage für ein intelligentes Computerprogramm. Der Auftrag für das Programm war es, die Gesichtszüge genau unter die Lupe zu nehmen, um daraus die sexuelle Orientierung der Person abzuleiten. Diese wurden von den Nutzern einer offenen Dating-Plattform in ihrem Profil angegeben. Das Programm durchforstete also das Datenmaterial und erwies sich von Foto zu Foto als immer treffsicherer, was die sexuelle Orientierung des Nutzers betraf.

Die Forscher haben einen Gaydar entwickelt. Dies klingt für dich unglaublich? Für uns zunächst auch, aber lass uns die Intelligenz dieses Programms anhand von Zahlen belegen, denn diese lügen bekanntlich nicht.

Wenn dem Programm Porträtfotos von jeweils zwei Frauen und zwei Männern vorgegeben wurden, von denen jeweils eine Person homosexuell war, konnte das Programm die richtige Zuteilung bei den Männern in mehr als 90 Prozent der Fälle erraten - bei den Frauen betrug die Quote immerhin noch über 80 Prozent. Reale Menschen in einer Vergleichsgruppe erwiesen sich mit 61 Prozent bei den Männern und 54 Prozent bei den Frauen als weniger treffsicher.

Forscher: Gaydar? Gibt es nicht!
Forscher: Gaydar? Gibt es nicht!

Wir können anhand von neutralen Bildern nicht erkennen, ob jemand schwul oder hetero ist, haben US-amerikanische Forscher herausgefunden. Stattdessen verstärkt das Konzept eines Gaydars Stereotype.

Wie kann das Programm aber nun die richtige sexuelle Präferenz eines Menschen erraten? Als Faustregel führen die Forscher an, dass homosexuelle Männer über mehr weibliche Züge verfügen, wie etwa eine längere Nase, eine höhere Stirn oder einen schmaleren Kiefer. Bei homosexuellen Frauen hingegen würden sich vermehrt maskuline Züge zeigen. Durch die Verbindung von sexueller Orientierung und Gesichtsmerkmalen schließen die Forscher nun, dass Unterschiede zwischen homosexuellen und heterosexuellen Menschen angeboren sind und sich nicht erst im Laufe der Erziehung entwickeln.

Die Forscher haben lange überlegt, ob sie die Ergebnisse der Studie überhaupt veröffentlichen sollen. Die Fähigkeit einer Künstlichen Intelligenz Menschen anhand äußerlicher Erscheinungsmerkmale zu kategorisieren stelle ein ernsthaftes Eindringen in die Privatsphäre dar, Begleittext zur Studie anführen.

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