Spektakulärer Protest gegen homophobe Gewalt

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Spektakulärer Protest gegen homophobe Gewalt
YouTube/Радио Свобода

Mit einer Regenbogenflagge geknebelt lässt sich Dimitri Schdanow vor die berühmte Basilius-Kathedrale zerren. Damit will er auf Gewalt gegen queere Jugendliche in der eigenen Familie aufmerksam machen. Die Polizei war wenig begeistert von der Aktion.

Moskau, Roter Platz. Der LGBTIQ*-Aktivist Dimitri Schdanow ist mit einer Regenbogenflagge geknebelt. Freunde, die als Eltern verkleidet sind, zerren den gehbehinderten 23-Jährigen vor die berühmte Basilius-Kathedrale. Dort soll er beten und beichten.

Die Kirche aus rotem Backstein und die charakteristischen bunten Zwiebeltürme sind ein Wahrzeichen von Russlands Hauptstadt. Gegenüber steht der Kreml, der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin.

"Alle sagen: Du bist krank und verrückt"

Mit der spektakulären Aktion will Dimitri Schdanow auf interfamiliäre Gewalt gegen queere Jugendliche aufmerksam machen, schrieb er in sozialen Netzwerken. Anlass für den Protest war der Internationale Tag der Jugend, der am 12. August begangen wird.

Viele Eltern verschlimmerten die Situation, indem sie ihre Kinder zum Gebet in die Kirche schicken. "Viele LGBT-Teenager leben alleine, in Isolation", sagte der 23-Jährige. "Und die Informationen in den Medien verschärfen die Lage noch. Die Kirche, Politiker, Lehrer und Eltern sagen alle das gleiche: Du bist krank, du bist verrückt, du gehörst nicht zu uns."

Die Aktivisten wurden festgenommen

Passanten sind nicht eingeschritten. Ein herbeigerufener Polizist griff ein, als der Aktivist den Protest auflöste und Interviews gab. Dimitri Schdanow und drei Freunde wurden kurzzeitig festgenommen. Der 23-Jährige gehört zu den bekanntesten LGBTIQ*-Aktivisten in Russland.


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