Steinigung von 90 Emos

Redaktion Von Redaktion
Steinigung von 90 Emos
gmutlu/istockphoto

Weil sie als homosexuell gelten und des Satanismus verdächtigt werden, werden jugendliche Emos im Irak von einer fanatisch-religiöse Moralpolizei gejagt. 90 sollen von Milizen in den letzten Wochen hingerichtet worden sein.

Ihr Kleidungsstil meist enge Röhren Jeans, dazu Piercings, Halsketten Ringe und Armbädern , ihr Haarschnitt häufig schulterlange, gefärbte Haare und ihr Musikgeschmack sind so eindeutig und lassen die Emos (Abkürzung von Emotional) so herausragen, dass sie Opfer wurden, weil sie nicht zum "Mainstream" passen. Pauschal werden sie zu Unrecht verdächtigt, schwul zu sein. Gerade in arabischen Ländern ein Todesurteil.

Unterstützung aus Regierungskreisen

In Bagdad, Iraks Hauptstadt, sollen es vierzehn Jugendliche gewesen sein, die in den vergangenen drei Wochen ermordet wurden. Dabei werden die Opfer entweder gesteinigt oder von Dächern gestürzt laut islamischen Recht die traditionelle Strafe für Homosexuelle. Insgesamt sollen seit Anfang Februar etwa 90 bis 100 irakische Jugendliche im Rahmen einer Hetzjagd gegen Emos umgekommen sein. Dies gibt die Hilfsorganisation "Brussels Tribune" an.

Die Morde, die vermutlich von schiitischen Milizen verübt werden, werden dabei heimlich in Regierungskreisen des Iraks begrüßt. Das Innenministerium hat erst vor einigen Wochen Emos als "Satanisten" gebrandmarkt und damit den Islamisten Grund genug gegeben, Jagd auf die jugendlichen Emos zu machen. Ein Schreiben, das angeblich ebenfalls aus diesem Ministerium stammt, scheint die vermutliche Sympathie mit den Emo-Jägern zu belegen. Gleiches scheint für das Bildungsministerium zu gelten. Gar Todeslisten mit Namen von Emos sollen sich im Umlauf befinden.

Emos als "gesellschaftsschädigend" verdächtigt

Um weitere Jugendliche von dem Kult abzuhalten, werden Bilder der Opfer im Netz veröffentlicht auch bei Facebook. Ziel aller Aktionen ist die Elimination des als "gesellschaftsschädigend" verdächtigten Jugendkults.

Doch nicht alle Kreise im Irak begrüßen die Morde. Großayatollah Ali al-Sistani, immerhin der höchste schiitische Geistliche im Land, will ein Ende der Hetzjagd und nannte die Morde "Akt[e] des Terrorismus". Dagegen stehen Fundamentalisten wie der schiitische Prediger Muqtada al-Sadr, der öffentlich erklärte: "Emos sind Idioten () Fachleute müssen sie ausrotten."

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Weitere Quellen: welt.de