Streit beigelegt

Christian Brandl Von Christian Brandl

Der Rechtsstreit zwischen dem transsexuellen Justin D. und derMombacher Prinzengarde konnte nun mit einem Vergleich beigelegt werden.Darin erklärt sich die Prinzengarde bereit, den Rauswurf des21-Jährigen zurückzunehmen, dieser verlässt den Verein daraufhinfreiwillig. Die Prinzengarde trägt die entstandenen Prozesskosten.

Im Gegenzug lässt Justin D. die Anschuldigungen wegen Diffamierunggegen den Verein fallen. Im Jahr 2003 hatte der junge Gardist - damalsnoch als Stephanie D. - angekündigt, dass er im Folgejahr alsmännlicher Trommler auftreten wolle. Dies lehnten die Karnevalisten abund schlossen den jungen Transsexuellen mit einer Entscheidung derMitgliederversammlung aus dem Verein aus. Begründung für den Ausschlusswar, dass Justin D. sich bei einer Veranstaltung vereinsschädigendverhalten haben solle, indem er Gästen Bier über die Kleidunggeschüttet habe.

Der Richter machte deutlich, dass er den Ausschluß für unrechtmäßighalte, da hierfür eine "detaillierte und nachvollziehbare Begründung"fehle. "Ob überhaupt Bier verschüttet wurde, steht nicht einmal fest.", so Richter Blaschke. Der Sitzungspräsident des Vereins entschuldigte sich daher bei dem Gardisten: "Ichhabe nie gesagt, dass du kein Mensch bist. Ich wollte dich auch niebeleidigen. Ich mache keine Menschen mit Handicap verächtlich."Justin akzeptierte die Entschuldigung, der Sitzungspräsident zahlt imGegenzug 200 Euro an die Kinderkrebshilfe Mainz. Der junge Mann willsich nun einen anderen, toleranteren Fastnachtsverein suchen, um dortals Trommler aufzutreten.

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Weitere Quellen: SWR.de