Tag der Menschenrechte

Redaktion Von Redaktion

Heute vor 60 Jahren wurde die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen beschlossen. Doch die Menschenrechte gelten noch immer nicht für alle. Viele Menschen in Deutschland können nicht mal ein Menschenrecht benennen.

Heute am 10. Dezember 2008 sitzt Ebrahim Mehrnahad in einem iranischen Gefängnis. Der 16-Jährige ist wegen Handlungen gegen die nationale Sicherheit und wegen der Verbreitung von Propaganda zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nach Einschätzung von Amnesty International sitzt Ebrahim im Gefängnis, weil er öffentlich das Todesurteil gegen seinen Bruder Yaqoub kritisiert hat.
 
Eigentlich ist Ebrahims Kritik keine Straftat, sondern ein Menschenrecht. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgehalten, die heute vor 60 Jahren von den Vereinten Nationen beschlossen wurde. Doch schon damals, am 10. Dezember 1948, stimmten acht der damals 56 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen nicht für die Erklärung. Unter denen, die sich der Stimme enthielten, sind Staaten, in denen in der jüngeren Geschichte systematisch die Menschenrechte verletzt wurden: in der Sowjetunion wurden Gefangene gefoltert und in Arbeitslager verbannt, in Saudi-Arabien sind Männer und Frauen noch immer nicht gleichgestellt, in Südafrika galten während der Jahrzehnte der Apartheid Schwarze fast nichts.

Auch heute können Millionen Menschen ihre Menschenrechte nicht wahrnehmen. Das gilt für politische Gefangene in China, Kriegsflüchtlinge in Ost-Kongo und verschleppte und zur Prostitution gezwungene Frauen in Deutschland. Das gilt aber auch für Millionen von Menschen, deren Recht auf Leben eingeschränkt ist, weil sie täglich vor dem Verhungern stehen oder sie keine medizinische Hilfe erhalten, obwohl es genug Nahrung und Heilmittel auf der Welt gibt.

Laut einer Umfrage aus diesem Jahr können 42 Prozent der Deutschen kein einziges ihrer Menschenrechte benennen. Wie viele kennst du? Hier ein paar, die dir vielleicht wichtig sein könnten: Das Recht auf Freizeit. Das Verbot von Diskriminierung. Das Recht auf Privatsphäre. Das Recht auf Bildung. Das Recht auf freies Denken.


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Weitere Quellen: istockphoto.com/Pawel Gaul; istockphoto.com/Hande Yüce