Taiwan bekommt die Ehe für Homosexuelle

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Taiwan bekommt die Ehe für Homosexuelle
J. Michael Cole / Foto von Dezember

Das Verfassungsgericht hat entschieden, dass Schwule und Lesben das Recht auf Eheschließung haben. Spätestens in zwei Jahren muss das Gesetz kommen. Taiwan wäre das erste Land in Asien, in dem Homosexuelle heiraten dürfen. Davon erhoffen sich viele eine Signalwirkung.

Es ist ein historisches Urteil: Das Verfassungsgericht von Taiwan hat sich am Mittwoch für gleichgeschlechtliche Ehen ausgesprochen. Zwölf Richter stimmten dafür, nur zwei dagegen. Jetzt muss die Regierung innerhalb von zwei Jahren dafür sorgen, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen. Damit wäre Taiwan das erste asiatische Land, in dem Homosexuelle die Ehe eingehen dürfen.

Justizgeneralsekretär Lu Tai Lang sagte auf einer Pressekonferenz, dass das aktuelle Zivilgesetzbuch verfassungswidrig ist. Wenn die Regierung die Ehe für alle nicht einführt, können homosexuelle Paare auch ohne Gesetzesänderung heiraten.

Präsidentin Tsai Ing-wen begrüßte das Urteil

So weit wird es aber wohl nicht kommen: Bereits Anfang des Jahres hat das Parlament einen entsprechenden Gesetzentwurf debattiert und in erster Lesung dafür gestimmt. Dieser Entwurf sieht eine vollständige Gleichstellung, also inklusive Adoptionsrecht, vor.

Staatspräsidentin Tsai Ing-wen von der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) begrüßte das Urteil. Auf Twitter schrieb sie, sie hoffe, dass das Gesetz zügig umgesetzt werde. Außerdem wünsche sie sich Verständnis, Toleranz und Respekt für all diejenigen, die eine andere Meinung als die andere haben.

Die Hoffnung: Signal für die ganze Region

Bei der Urteilsverkündung jubelten Aktivisten, aber auch einige Gegendemonstranten hatten sich vor dem Gerichtsgebäude versammelt. Bereits im vergangenen Dezember kam es zu Massenprotesten für die Eheöffnung (dbna berichtete).

In dem Urteil heißt es, dass auch die gleichgeschlechtliche Ehe zu einer stabilen Gesellschaft beitrage. Außerdem schreiben die Richter, dass Homosexuelle aufgrund von Traditionen lange benachteiligt und diskriminiert wurden. LGBTIQ*-Aktivisten erhoffen sich von dem Urteil eine Signalwirkung auf die gesamte Region.

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