Tanzen da zwei Männer?

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Tanzen da zwei Männer?
citalliance / 123RF Stock Foto

Tanzen ist ein Sport. Um ihn ausüben zu können, braucht es einen geeigneten Partner. Mit diesem sollte man sich so gut verstehen, dass es keine Berührungsängste gibt. Also warum nicht mit seinem festen Freund oder Partner tanzen? Aber geht das überhaupt?

Die frohe Botschaft zuerst: Ja, das geht. Und zwar sowohl in eigenen Vereinen als auch in ganz normalen Tanzschulen oder -vereinen.

Gleichgeschlechtlicher Breitensport schon lange kein Thema mehr

Auf der Breitensporteben ist es schon, zum Glück, ein relativ normales Bild, wenn zwei Männer oder zwei Frauen eine flotte Sohle aufs Parkett legen. Das sogenannte Equality-Tanzen, was so viel wie Gleiches Tanzen bedeutet, ist schon seit dem Jahr 2000 vom Deutschen Tanzsportverband (DTV) offiziell im Breitensport gewünscht und gefördert.

So heißt es in einem Thesenpapier des DTV: "Dies bedeutet heute, dass Tanzen und auch die sportliche Ausübung des Tanzens in Freizeit, in Breitensport, Leistungsport und im Hochleistungsport für Jedermann in jedem Alter und in beliebiger geschlechtsspezifischer Zusammensetzung alleine (als Singles), als geschlechtsunterschiedliches oder gleichgeschlechtliches Paar oder Gruppe/Formation, möglich sein muss, soll und natürlich auch ist."

Schon viele Vereine in ganz Deutschland

Aufgrund dieser so offenen und respektvollen Haltung des Bundesverbandes, entwickelten sich, über das ganze Bundesgebiet verteilt, Vereine, die sich dem gleichgeschlechtlichen Tanzsport verschrieben haben. Auch gibt es in vielen Vereinen bereits eigene Abteilungen für Equality-Tanzen, ob es sich nun um Vereine extra für Schwule, Lesben und Bisexuelle handelt oder eben ganz normale Sportvereine sind, spielt dabei keine Rolle. Es ist also vollkommen irrelevant, ob zwischen den gemischtgeschlechtlichen Tanzpaaren sich auch gleichgeschlechtliche Paare fröhlich zum Takt der Musik bewegen.

Eine andere Situation beim Turniertänzen

Anders hingegen sieht es aus, wenn gleichgeschlechtliche Paare an offiziellen Turnieren teilnehmen möchten. Dies ist leider nicht möglich, solange es sich sonst um ein von gemischtgeschlechtlichen Paaren bestrittenes Turnier handelt.

Kein Zeichen der Diskriminierung

Viele werden jetzt sagen, dass sei diskriminierend, warum dürfen wir nicht bei normalen Turnieren starten? Diese Entscheidung des DTV hat allerdings nichts mit Diskriminierung zu tun sondern im Gegenteil mit Chancengleichheit. Denn man kann ebenso in der bereits erwähnten Erklärung aus dem Jahr 2000 lesen: "So wenig fair es ist, wenn 60-Jährige sich im Wettstreit mit 20-Jährigen messen müssen, ist es auch nötig, neben, in etwa vergleichbaren Altersklassen, auch einen Leistungsunterschied zwischen gleichgeschlechtlich tanzenden Paaren und ihren konstitutionellen Vorteilen/oder Nachteilen, gegenüber Paaren verschiedenen Geschlechtes zu erkennen und in den Wettkampfformen zu berücksichtigen."

Also haben durch die Aufteilung der Turniere weder gleichgeschlechtliche noch gemischtgeschlechtliche Paare einen Vor- oder Nachteil zu befürchten. Dementsprechend haben sich in den letzten Jahren auch immer mehr gleichgeschlechtliche Tuniere etablieren können.

Wer sich also bemüßigt fühlt, mit seinem Freund oder Partner auch im Wettstreit mit anderen das Tanzbein zu schwingen, kann sich sicher sein: Üben lohnt sich!

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