"ThinkB4YouSpeak"

Redaktion Von Redaktion

Das Gay, Lesbian And Straight Education Network (GLSEN) hat ein digitales Werkzeug herausgebracht, das in Echtzeit homophobe Aussagen wie "faggot" oder "dyke" über Twitter misst.

Das Tool bezieht sich auf die Kampagne "ThinkB4YouSpeak" und soll verstärkt auf eine beleidigende Sprache gegenüber Homosexuellen und dessen Folgen aufmerksam machen und sensibilisieren.

Das Tool gibt ein Live-Update dieser verwendeten schwulenfeindlichen Ausdrücke wieder und gliedert sie ebenfalls in Tage, Wochen und Monate auf. Das Besondere an diesem Messgerät ist, dass es auf Twitter geteilt werden kann und die User somit weltweit eine proaktive Rolle einnehmen.

Werkzeug identifiziert User

"Soziale Medien sind mittlerweile sehr wichtig, weshalb diese Kampagne eine große Wirkung entfalten und vor allem Jugendliche erreichen kann", schildert Klaus Jetz, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes http://www.lsvd.de , im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext. Die Twitter-User, die schwulenfeindliche Ausdrücke verwenden, lassen sich mithilfe des Tools zudem identifizieren und kontaktieren.

"Wir machen das auch im Sinne von Sensibilisierungsarbeit und schreiben verschiedene Medien an, wenn sie inadäquate Ausdrücke verwenden und bitten sie, in Zukunft mehr darauf zu achten", sagt er. Viele seien sich dieses Problems schließlich gar nicht bewusst. Vor allem in der Populärkultur, auch im Privatfernsehen würde eine homophobe Sprache an den Tag gelegt.

"Schwul" oft mit "schlecht" konnotiert

Das Wort "schwul" war in den 1960er-Jahren noch negativ besetzt, bekam jedoch durch die Schwulenbewegung, die es bewusst benutzte, eine neutrale Konnotation. "Die Kombination mit anderen Begriffen ist jedoch problematisch. Das Wortpaar 'schwule Sau' ist heute das schlimmste und verbreitetste Schimpfwort auf Schulhöfen und unter Jugendlichen", betont der Fachmann.

Auch die Werbung provoziert gerne und verwendet negativ besetzte Wortkombinationen, wie beispielsweise "schwules Fleisch". "'Schwul' wird hier mit 'schlecht' assoziiert", so Jetz abschießend. Die Werbung beziehte sich hierbei auf Tofu (dbna berichtete).

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Weitere Quellen: Pressetext, GLSEN