Transsexualitäts-Gen?

Redaktion Von Redaktion

(dbna.de) Warum einige Männer sich im falschen Körper fühlen und zu Frauen werden wollen, ist wissenschaftlich noch immer nicht vollständig geklärt. Australische Forscher haben nun eine Ursache hierfür in den Genen von Mann-zu-Frau-Transsexuellen gefunden.

Dazu verglichen sie das Erbgut von 112 Frauen, die einmal Männer waren, mit dem Erbgut von 258 Männern. Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei den untersuchten Transsexuellen das Gen für den Androgenrezeptor die Andockstelle für das Männlichkeitshormon Testosteron besonders lang ist. Das lange Gen führt zu einem weniger wirksamen Rezeptor. Deswegen reagieren die Transsexuellen im Mutterleib weniger stark auf Testosteron und ihr Gehirn nimmt eine weiblichere Entwicklung.

Wissenschaftler sehen neben den Genen aber auch soziale Faktoren als Ursache für den Wunsch zur Geschlechtsumwandlung. Die australischen Forscher selbst halten nur für erwiesen, "dass die männliche Geschlechtsidentität zum Teil durch den Androgenrezeptor vermittelt sein könnte." Es ist also zu früh, die Entdeckung eines Transsexualitäts-Gens auszurufen.

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Weitere Quellen: www.sueddeutsche.de, www.sciencedirect.com, Pascal Böhmler/www.jugendfotos.de (CC-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de)