Trauer und Empörung

Redaktion Von Redaktion
Trauer und Empörung
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Am Dienstag, den 29. März, verstarb der 24-jährige Daniel Zamudio, der Anfang des Monats Opfer eines homophoben Angriffs wurde. Er wurde in der chilenischen Hauptstadt Santiago von drei Neonazis attackiert und sechs Stunden lang malträtiert. Fast vier Wochen später erlag er nun seinen Verletzungen.

Die mutmaßlichen Attentäter im Alter von 19 bis 26 Jahren schlugen aus blinder Wut auf Daniel ein, und als dieser am Boden lag, rammten sie ihm Steine in den Bauch, zerschlugen eine Weinflasche auf seinem Kopf und verbrannten seine Haut mit Zigarettenstummeln. Nachdem die Täter endlich von ihm abließen, wurde er in ein naheliegendes Krankenhaus gebracht, in dem er nach 25 Tagen Aufenthalt seinen schweren Verletzungen erlag.

Ein Märtyrer

"Er ist das Opfer von Homophobie, des Hasses, den einzelne gegen diejenigen schüren, die eine andere sexuelle Orientierung haben, und heute ist er ein Märtyrer", sagt Jaime Parada, Vorsitzender der chilenischen LSBT-(Lesbisch-Schwul-Bisexuell)-Organisation "Movilh".

Er fügt hinzu, dass seine einzige Sünde diejenige war, so geboren zu werden wie er geboren wurde und deswegen möchten wir die Standhaftigkeit seiner Eltern hervorheben, die, während andere ihn aufgrund seiner Homosexualität stigmatisierten, ihren Sohn sehr unterstützt und geliebt haben.

Solidaritätserklärungen von Boy George und Ricky Martin

Die Täter sitzen im Moment in Untersuchungshaft und werden wegen des Mordes angeklagt.

Die Nachricht von dem entsetzlichen Angriff bewegte die gesamte chilenische Gesellschaft und schlug auch hohe Wellen über die Landesgrenzen hinaus. So erklärten die Sänger Boy George und Ricky Martin ihre Anteilnahme und riefen zu einem Ende der Diskriminierung von Homosexuellen auf. In den sozialen Netzwerken Chiles war "Daniel Zamudio" in den vergangenen Tagen eines der meistkommentierten Schlagwörter.

In Santiago versammelten sich noch am Dienstag Abend hunderte Menschen vor dem Krankenhaus Posta Central im Zentrum Santiagos, um ihr Beileid zu bekunden und Kerzen anzuzünden. Für Freitag ist ein Trauerzug und Demonstration durch das Stadtzentrum geplant.

Hoffnung auf mehr Offenheit und Akzeptanz

Chile gilt als konservatives Land, in dem "Machismo" (spanisch für Männlichkeitswahn) und ein traditionelles Familienbild dominieren, ein Entwurf für ein Anti-Diskriminierungsgesetz wurde abgelehnt, im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern ist es dennoch relativ offen. Vor allem in den Großstädten Santiago und Valparaíso entwickelte sich ein blühendes Szeneleben. Viele LSBT-Unterstützer hoffen, dass der traurige Vorfall einen Anstoß für mehr Offenheit und Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in Chile gibt.

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