Übergriffe gegen Homosexuelle steigen an

Redaktion Von Redaktion
Übergriffe gegen Homosexuelle steigen an
Human Rights Watch/Youtube

Zu dieser Erkenntnis kommt die Organisation Human Rights Watch (HRW) in einem neu veröffentlichten Bericht. Demnach verzeichnen homophob inspirierte Überbegriffe in Russland eine stark steigende Tendenz. Die Organisation kommt zu dem Schluss, dass unter anderem auch das Gesetz gegen homosexuelle "Propaganda" dafür verantwortlich sei.

Lesben, Schwule und Transsexuelle werden in Russland spätestens seit der Veröffentlichung des Gesetzes, welches homosexuell inspirierte Propaganda verbietet, geächtet. Der Bericht "Lizenz zu verletzen" vom Human Rights Watch macht dies im eigenständig veröffentlichten Bericht deutlich, der unter anderem auch die offiziellen Ordnungshüter in Russland scharf angreift. Durch das Gesetz wird der Ansicht der Organisation nach nicht nur Homophobie gefördert, sondern auch aktive Gewalt "legalisiert" - wenn auch nicht nach offiziellem juristischen Stand.

Den russischen Behörden stehen demnach zwar Mittel zur Verfügung, um aktiv gegen ausgeprägte Homophobie vorzugehen, diese werden aber weitestgehend ignoriert. Das ist einerseits auf die schiere Existenz des Gesetzes zurückzuführen, aber auch auf die gesellschaftliche Einstellung gegenüber Homosexuellen. Für den Bericht wurden insgesamt Aussagen von 78 Opfern zu Rate gezogen, die juristische Unterstützung in ihren jeweiligen Fällen zu bemängeln wussten.

Putins Hardlinder-Strategie bekräftigt indirekt Homophobie

Vor allem gegenüber der internationalen Presse wusste Präsident Putin zwar stets zu betonen, dass in Russland keine Homosexuellen verfolgt werden, dennoch unterzeichnete er im Jahr 2013 das Gesetz für eine Sperre der Verbreitung von "homosexueller Propaganda". Während Homosexualität zwar im Jahr 1993 entkriminalisiert wurde, stehen traditionelle familiäre Werte in Russland noch immer an vorderster Front. Eine klassische Familie, mit Frau, Mann und Kind, sei der Ansicht des Präsidenten demnach auch wichtig für eine "gesunde Nation".

Im Internet kursieren außerdem unzählige Videos, wo die russischen Polizeibeamten Gewalt explizit ignorieren, wenn sie gegen Homosexuelle stattfindet. Der Bericht der Organisation greift weiterhin Fälle von Opfern auf, wo diese erniedrigt, gewalttätig attackiert und psychisch belästigt worden.

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Weitere Quellen: Human Rights Watch/Youtube