Umerziehung in Malaysia

Andreas Graf Von Andreas Graf
Umerziehung in Malaysia
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Um die sexuellen Standards des Islam zu schützen, geht die Schulbehörde des Bundesstaates Terengganu in Malaysia einen besonders radikalen Weg: "Weibisch" wirkende Jungs sollen zur "Charakterbildung" in ein Umerziehungslager.

Um die sexuellen Standards des Islam zu schützen, geht die Schulbehörde des Bundesstaates Terengganu in Malaysia, ein Staat in Südostasien, einen besonders radikalen Weg: "Weibisch" wirkende Jungs sollen zur "Charakterbildung" in ein Umerziehungslager. Religiöser und militärischer Drill soll aus ihnen echte Männer machen.

Das viertägige Lager besuchten diese Woche 57 Teenager zwischen 13 und 18 Jahren, angeblich freiwillig.

Homosexualität soll verhindert werden

"Das dient der Charakterbildung", sagte der Erziehungsminister des Bundesstaates, Razali Daud, der Zeitung New Straits Times. "Wir hoffen, dass die Jungen physisch und mental stärker werden."

Andere Behördenvertreter waren deutlicher: Man wolle verhindern, dass die Jungen später schwul oder bisexuell werden.

Weltweite Kritik

Diese Maßnahmen sorgen im In- und Ausland für Kritik. Die Familienministerin von Malaysia Shahrizat Abdul Jalil zeigte sich empört: "Solche Camps könnten die Kinder nur traumatisieren."

Die Menschenrechtsgruppe Joint Action Group for Gender Equality krisierte: "Diese Jungen werden dafür bestraft, dass sie ihre Persönlichkeit und Identität ausdrücken."

Homosexualität in Malaysia verboten

Im mehrheitlich muslimischen Malaysia ist Homosexualität verboten und es drohen bis zu 20 Jahre Haft. Deshalb werde man auch weiterhin derartige Camps veranstalten, versicherte die Behörde.

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Weitere Quellen: n-tv, SF