Unfreiwilliges Outing

Christian Brandl Von Christian Brandl

Der Wahlkampf um den Posten des Gouverneurs läuft in Florida gerade auf Hochtouren. Da ist es nahezu gängige Praxis, "schmutzige Wäsche" zu waschen. Hierzu hat der Amtsanwärter Max Linn in der vergangenen Woche in einem Radio-Interview den nationalen "Coming-out Day" genutzt, indem er behauptete sein Konkurrent Charlie Crist sei schwul. Er wisse bereits seit einigen Jahren, dass sein Gegner schwul ist dieser solle nun endlich öffentlich dazu stehen: "Charlie, komm heraus, komm heraus von wo auch immer", so der Politiker im Radiointerview. Er kenne Crist bereits seit über 25 Jahren, habe ihn bei den Wahlen zu anderen Ämtern unterstützt (Crist ist derzeit Generalstaatsanwalt des Staates Florida) und dieser sei ein "guter Kerl".

In einem Interview im August hatte Crist betont: "Der Punkt ist, dass ich es nicht bin. Das ist die Antwort - wie mögen sie die?", so der Politiker. "Es ist ja nicht so, dass etwas schlechtes daran wäre [...] Aber ich bin es schlichtweg nicht".

Auch sein Gegner bei den Vorwahlen, Tom Gallagher, hatte Crist als "nachgiebig gegenüber Homosexuellen" bezeichnet.

Die sexuelle Orientierung von Charlie Christ wirft bereits seit einigen Jahren Fragen auf. Ob Crist nun weiterhin zu seiner Sexualität schweigen wird oder wie Klaus Wowereit zum Gegenangriff übergeht, bleibt abzuwarten. Für die schwulen Wähler scheint er jedenfalls eine Wahl wert zu sein: Nicht wegen der Frage zu seiner Sexualität, aber Crist würde in Florida "Zivilehen" für Homosexuelle befürworten.

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Weitere Quellen: Quelle: 365gay.comBildmaterial: Media Kit Images - charliecrist.com