Unter 18 – Teil 2

Redaktion Von Redaktion

Im zweiten Teil der Serie "Unter 18" schauen wir uns die Sache mit dem Arbeiten ein wenig näher an,erklären dir für was du dein selbst verdientes Geld dann ausgebendarfst und wie es mit Vertragsabschlüssen als Minderjähriger aussieht.

Im letzten Teil unserer Unter-18-Reihe haben wir uns damit beschäftigt, wie lange du in welchem Alter wohin weggehen darfst, wie die Sache mit dem Taschengeld aussieht und inwiefern die Eltern darüber entscheiden können, was ihr Sohn darf und was nicht. Diesmal schauen wir uns die Sache mit dem Arbeiten ein wenig näher an, erklären dir für was du dein selbst verdientes Geld dann ausgeben darfst und wie es mit Vertragsabschlüssen als Minderjähriger aussieht.

Geldsache: Ferienjobs, Nebenjobs und richtige Jobs

 Erstmal eine Sache vorweg: Nicht alle Arbeiten dürfen von Minderjährigen übernommen werden, und wie im Jugendschutzgesetz üblich, gibt es auch bei genehmigten Jobs diverse Einschränkungen in der Ausführung. So dürfen Minderjährige grundsätzlich nicht mehr als 8 Stunden täglich und 40 Stunden in der Woche arbeiten. Ab 16 darfst du sofern du die Schule hinter dich gebracht hast drei bis vier Tage die Woche arbeiten, mit 17 sind es schon fünf Tage. Gar nicht übernehmen darfst du Arbeiten, die deine körperliche und psychische Leistungsfähigkeit übersteigen, bei denen du "sittlichen Gefahren" ausgesetzt bist (Barkeeper in einem Bordell ist also nicht drin), die gefährlich sein können und bei denen du deinem Arbeitstempo entsprechend (Akkordarbeit) bezahlt wirst. Arbeitest du während der Berufsausbildung, gibt es noch eine Reihe anderer Beschränkungen, die wir hier aber nicht weiter ausführen wollen.

Grundsätzlich leichte Ferienjobs übernehmen darfst du ab 13. Damit gemeint sind Dinge wie Baby sitten oder Zeitungen und Werbeprospekte austragen und zwar maximal zwei Stunden am Tag, fünf Tage in der Woche und nur zwischen 8 und 18 Uhr. Sobald du 15 Jahre alt bist, darfst du richtige Ferienjobs mit maximal fünf Tagen die Woche und ausschließlich tagsüber in Wirtschaft, Handel und Dienstleistungsbetrieb annehmen. Nötig ist dafür allerdings die Zustimmung deiner Eltern. Nicht ausführen darfst du Arbeiten, die mit starker Hitze, Kälte oder Nässe verbunden sind, die gesundheitsschädigende Auswirkungen (Lärm, Strahlen, Erschütterungen, Arbeiten mit giftigen Stoffen) auf dich haben könnten oder am Fließband stattfinden.

Was dauerhafte Nebenjobs angeht, so gelten ähnliche Beschränkungen. Mit 15 darfst du erstmals einen übernehmen allerdings nur an Samstagen. Ab 16 kannst du dann richtig loslegen.

Das Geld zum Fenster raus werfen

Jetzt hast du wochenlang geschuftet, in den Sommerferien statt auszuschlafen Regale eingeräumt und möchtest deine hart verdiente Kohle auf den Kopf hauen. Ist an und für sich kein Problem wenn da nicht das große "aaaaber" wäre. Natürlich kannst du im Prinzip kaufen was du möchtest. Schließlich hast du ja selbst dafür geackert. Ein Händler darf dir aber richtig teure Geräte und Anschaffungen, die dein normales Taschengeldbudget sprengen würden, nicht verkaufen. Damit sind allerdings eigentlich eher Anschaffungen wie Autos oder teure Elektronik wie hochwertige Fernseher oder ähnliches gemeint. Kaufen darfst du selbstverständlich auch keine Dinge, die Jugendliche grundsätzlich nicht besitzen dürfen. Also hochprozentigen Alkohol, Waffen oder Zigaretten sofern du jünger als 16 bist.
Im neuen Jugendschutzgesetz außerdem verankert ist eine Regelung, die etwa DVD-Filme oder PC- und Videospiele unter Altersbeschränkungen setzt. Eine unabhängige Prüfstelle, genannt "USK", betrachtet kritisch jeden Silberling und legt eine entsprechende Grenze fest. Bist du also beispielsweise 16 und möchtest dir "Wir waren Helden" (ab 18) zulegen, dann wirst du höchstwahrscheinlich an der Kasse gestoppt werden. Die gute Nachricht: Wenn du 16 bist, kannst du die Regelung theoretisch umgehen. Die schlechte: Dazu musst du heiraten (ab 16 mit Zustimmung der Eltern möglich), denn für verheiratete Jugendliche gilt die Altersgrenze nicht. Gemein, oder?

Geschäfte bei denen du Ware für Geld erhältst, fallen rechtlich gesehen in die Sparte "Kaufverträge". Sonstige Verträge, die du unter 18 noch nicht alleine abschließen darfst, sind sämtliche Verträge schriftlicher Natur oder solche, die mit Verpflichtungen verbunden sind. Darunter fallen beispielsweise Zeitschriftenabos, Handykäufe oder Kreditaufnahmen.

Soviel zum zweiten Teil unserer Unter-18-Reihe. Beim nächsten und letzten Part wird es zum Abschluss ein wenig brisanter. Wir werden uns unter mit dem Gewaltverbot für Eltern und der heiß diskutierten Frage befassen, wer mit wem in welchem Alter Sex haben darf.

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