Unterrichtsverbot

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Der offen schwul lebende katholische Theologe und Autor David Berger darf nach seinem Coming-out keinen Religionsunterricht mehr erteilen.

Der offen schwul lebende katholische Theologe und Autor David Berger darf nach seinem Coming-out keinen Religionsunterricht mehr erteilen. Die "Frankfurter Rundschau" berichtet in ihrer Freitags-Ausgabe, dass der Kölner Kardinal und Erzbischof Meisner dem 42-Jährigen ab sofort die Befugnis dafür entzog. Berger war an einer öffentlichen Schule in Köln tätig.

Er könne "nicht mehr glaubwürdig im Sinne der katholischen Kirche unterrichten", heißt es in dem Dekret des Kölner Erzbischofs.

"Das Vertrauensverhältnis des Erzbischofs von Köln in die Glaubwürdigkeit von Herrn Dr. Berger, in Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche übereinzustimmen, ist zerstört", so Meisner.

Erzbistum Köln
Joachim Kardinal Meisner ist seit 1989 Erzbischof von Köln.

Joachim Kardinal Meisner ist seit 1989 Erzbischof von Köln.

Der Kardinal verwende in seinem Schreiben die Begriffe "Homosexualität" oder "schwul" an keiner Stelle, berichtet die "Frankfurter Rundschau".

Berger zeigte sich sehr verärgert darüber, dass Meisner ihm keine Gelegenheit gegeben habe, zu den gegen ihn gerichteten "pauschalen Vorwürfen" persönlich Stellung zu nehmen.

David Berger hatte vor einem Jahr mit seiner Kritik am Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen für Aufsehen gesorgt. Er ist Autor des Buches "Der heilige Schein - Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche".

Nach der Veröffentlichung erkannte ihm die päpstliche Thomas-Akademie in Rom den Status als Gastprofessor ab.

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Weitere Quellen: evangelisch.de, Spiegel, dpa