Untreue ≠ Trennung

Christian Brandl Von Christian Brandl

69 Prozent aller Frauen und 70 Prozent der Männer würden ihremPartner/ihrer Partnerin einen Seitensprung unter bestimmten Bedingungenverzeihen. Zu diesem überraschenden Ergebnis kam eine Studie desMeinungsforschungsinstituts GEWIS, die im Auftrag der Zeitschrift "FÜRSIE" unter 1.043 Männern und Frauen durchgeführt wurde. Nur 26 Prozentder befragten Frauen und sogar nur 19 Prozent der Männer würden sichnach einem Seitensprung des Partners sofort trennen.

Bei der Frage der "Vergeltung" sieht es genau anders herum aus: 27Prozent der Männer würden versuchen, sich durch einen eigenenSeitensprung für den Fehltritt zu "rächen". Nur 18 Prozent der Frauenfänden das angemessen. Auch die Entgleisung mit Sexentzug zu bestrafenfinden beide Geschlechter unangebracht. Lieber würden sowohl die Männer(8 Prozent), als auch die Frauen (14 Prozent) gemeinsam mit dem Partnernach einer Lösung suchen und den Ausrutscher als neue Chance für diegemeinsame Liebe ansehen.

Nach Meinung des Psychologen und Paarberaters Michael Mary (52) sei dieUntreue oft einfach Ausdruck von Langeweile: "Gefährlich ist dasSich-aufeinander-Einstellen", erklärt Mary in FÜR SIE. "Der Beziehungzuliebe wird auf vieles verzichtet, was man letztendlich derPartnerschaft übelnimmt. Diese Rücksicht soll die Beziehung erhalten,macht sie aber fade. Und offensichtlich ist es unmöglich zu vermeiden,dass erotische Langeweile einkehrt." Darum sollten sich Paare nachMeinung des Psychologen von der Utopie des "Sich-perfekt-verstehens"lösen.

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Weitere Quellen: ots Originaltext: FÜR SIE