Urteil wegen Suizid

Redaktion Von Redaktion
Urteil wegen Suizid
RapidEye/istockphoto.com

Es war ein Fall, der für Aufsehen sorgte und das nicht nur in den USA. Am 22. September richtete Tyler Clementi seine letzten Worte an die Welt per Facebook.”Jumping off the gw bridge, sorry” ("Ich springe von der George Washington Bridge, sorry” ) schrieb er und beendete kurze Zeit später sein kurzes Leben.

Dem all vorangegangen waren öffentliche Bloßstellungen durch seinen Mitbewohner im Studentenwohnheim der Rutgers University in New Jersey. Tyler Clementi war schwul und das wusste sein Mitbewohner. Als Tyler ihn eines Abends bat, das gemeinsam genutzte Zimmer der Wohnung zu verlassen, geschah das, was kurze Zeit später zu Tylers Suizid führte.

Öffentliche Bloßstellung per Twitter

Dharun Ravi, Tylers heute 20-jähriger Mitbewohner, hatte seine Webcam aktiviert und das, was im Zimmer geschah, beobachtet. Kurz darauf teilte er auf seinem Twitter Account mit "Mitbewohner wollte den Raum bis Mitternacht haben. Ich bin in Mollys (eine Freundin, Anm. d. Redaktion) Zimmer gegangen und habe meine Webcam angeschaltet. Ich habe gesehen, wie er mit einem Kerl rummachte. Juhu."

Nachdem sich Tyler abermals mit seinem Geliebten treffen wollte, forderte Dharun Ravi per Twitter seine Freunde auf, ebenfalls dabei zusehen. Das war zu viel für Tyler und er fasste den Entschluss in den Tod zu springen.

Mitbewohner nun verurteilt

Nun wurde Dharun Ravi in allen 15 Anklagepunkten von einer Jury schuldiggesprochen. Darunter war auch die Anklage ein sogenanntes "hate-crime" begangen zu haben, also ein Verbrechen aus Hass. Das Strafmaß, das wahrscheinlich bei 10 Jahren Haft liegen wird, soll demnächst bekannt gegeben werden.

Dieses Urteil soll beispielhaft für die gesamten USA sein und so eine Stärkung der Rechte von Mobbing-Opfern darstellen.

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Weitere Quellen: Spiegel