US-Kinderpässe

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US-Kinderpässe
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In den Vereinigten Staaten tobt seit dem Jahreswechsel ein politischer Streitum zwei Worte: Mama und Papa.

In den Vereinigten Staaten tobt seit dem Jahreswechsel ein politischer Streitum zwei Worte: Mama und Papa. US-Außenministerin Hillary Clinton hatteEnde Dezember das State Department (US-Außenministerium) angewiesen,eine formale Änderung in Kinderpässen vorzunehmen.

War dort bislangüber dem Namen der Eltern des Kindes jeweils "Mothers's name"und "Fathers's name" zu lesen, so sollte dort ab Februar stattdessen "ParentOne" und "Parent Two" stehen. Das State Department begründete denSchritt damit, dass "diese Verbesserungen in Kraft treten werden, um füreine gender-neutrale Beschreibung der Eltern eines Kindes zu sorgen."Außerdem wolle man damit anerkennen, dass es verschiedene Arten vonFamilien gebe.

Das State-Department gab jedoch an, dies sei kein Akt von PoliticalCorrectness, sondern vielmehr eine Antwort auf Realitäten und Fortschrittein der Fortpflanzungsmedizin. Konservative Christen waren entrüstetüber die Entscheidung Clintons. So sagte der Präsident der christlichenOrganisation "Family Research Council" Tony Perkins: "Nur in einerverrückten Welt voll linker Political Correctness kann es als Verbesserungbetrachtet werden, weniger über die Umstände der Geburt zu erfahrenals vorher."

Das verbessere die Voraussetzungen gleichgeschlechtlicherHeirat und homosexueller Elternschaft, was das Defense of Marriage Act(DOMA) verletze. Nach diesem DOMA-Gesetz darf keine US-Bundesstaatdazu verpflichtet werden, die Verbindung zwischen Menschen des gleichenGeschlechts als Ehe zu behandeln.

Der "Family Equality Council", eine Interessengemeinschaft fürschwule, lesbische und transgenderFamilien, erklärte hingegen,der Beschluss sei ein Richtungswechsel. Dies habe konkrete undsymbolische Konsequenzen für alle gleichgeschlechtlichen Familien.Es baue nutzlose Verunsicherungen, Verzögerungen und Ablehnungab. Die Schwulenbewegung in den USA spricht bei solchen Beispielenvon sogenannten "Blueprints for Positive Change". Die Regelung inden Kinderpässen ist für viele aber nur ein Anfang. Schwulenrechts-Organisationen fordern die Änderung hin zu "Parent One" und "ParentTwo" auch für andere staatliche Dokumente, wie für die Gesundheitskarte.

An der Umsetzung des Vorhabens hätte der Kongress nicht beteiligtwerden müssen. Dort haben die Republikaner momentan die Mehrheit.Dennoch gibt es nun lediglich einen Kompromiss. Die Sprecherin desState Department, Nicole Thompson, verkündete jüngst, dass in den Pass-Formularen künftig weiterhin nach "Mother" und "Father" und wahlweiseauch nach "Parent One" und "Parent Two" gefragt würde. Die Schwulen-und Lesbenbewegung in den USA spekuliert nun darüber, ob Clinton ausAngst vor negativen Rückwirkungen durch die Republikaner im Kongressdie Änderungen abgemildert haben könnte.

Dass der Einfluss der Republikaner nicht grenzenlos ist, zeigt hingegenBarbara Bush, die Tochter des ehemaligen US-Präsidenten George W.Bush. Per Video-Botschaft fordert sie die gleichgeschlechtliche Ehe: "Ichbin Barbara Bush, ich bin als New Yorkerin für die Gleichheit der Ehe.New York steht für Fairness und Gleichheit und alle sollten das Rechthaben, die Person zu heiraten, die sie lieben. Schliesse dich uns an."

Die gleichgeschlechtlicheEhe wird bislang in fünf US-Bundesstaaten anerkannt: Massachusetts,Connecticut, Iowa, Vermont und New Hampshire.

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Weitere Quellen: Stockxchng/Rawku5